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BMW versilbert den Goldenen Schnitt

Am 12. Juli ist der Marktstart für den BMW X4: Sechs Motoren stehen zur Auswahl, ausnahmslos sind sie mit dem Allradantrieb xDrive verknüpft. Die Preisliste beginnt mit dem X4 xDrive20i ab 51.300 Euro.
© Hersteller

Vor sechs Jahren war der mutige Schritt, ein SUV-Coupé in Form des wuchtigen X6 auf den Markt zu bringen, von Erfolg gekrönt. Der etwas kleinere X4 hat die Pflicht, den Coupé-Coup zu wiederholen.

Von Markus Höscheler

Fuschl –Der Erfindergeist im Hause BMW ist ein großer. Das betrifft nicht nur die Ingenieure, die mit der Konstruktion und Verbesserung von Aggregaten, Getrieben und Fahrwerken betraut sind. Es bedarf mindestens eines klugen Kopfs im Verwaltungsapparat des süddeutschen Herstellers, der in der Lage ist, Marktpotenzial für neue Baureihen zu entdecken, das bisher keinem aufgefallen ist. BMW hat dies mit dem großen Sports Utility Vehicle X6 vorgemacht, das eine scharfe Coupé-Linie trägt. Manch einer mag heute noch, sechs Jahre nach der Markteinführung, die Nase rümpfen – doch der große Allradler findet Anklang. Über 250.000-mal hat er sich bisher absetzen können. Wenig verwunderlich ist daher, dass konzernintern bald der Ruf nach einem ähnlichen Modell eine Klasse darunter laut wurde. Das Ergebnis in Gestalt des X4 steht ab 12. Juli bei den österreichischen Händlern. Es verdient sich eigentlich die Bezeichnung Crossover, denn es mutet mit seinem Fließheck an wie eine Mischung aus X6, 5er GT und 3er GT. Als Basis dient der im Vergleich zum X4 fast schon bieder wirkende X3. Vom Genspender unterscheidet sich das kompakte SUV-Coupé abseits der ungewöhnlichen Dachlinie in vielerlei Hinsicht. Auffällig sind beispielsweise die großzügig geschnittenen vorderen Lufteinlässe und die unterbrochene seitliche Sicke im Bereich des Fondtürgriffs.

Während der BMW beim X3 schon dazu übergegangen ist, ihn nicht nur mit Allradsystem, sondern auf Wunsch auch mit bloßem Heckantrieb auszurüsten, wird es den 4671 Millimeter langen und 1624 Millimeter hohen X4 vorläufig nur mit xDrive geben – und auch eine Achtgangautomatik scheint zunächst serienmäßig auf. Außerdem ab Werk an Bord ist eine Software, die ein dynamisches Fahren unterstützt: Die Performance Control variiert mit radselektiven Eingriffen in Kurvenlage, was das Fahrzeug mehr einlenken lässt. Unser Eindruck bei der ersten Probefahrt: Traktion und Kurvenverhalten sind ansprechend, ebenso die präzise Lenkung – und natürlich das ansprechende Motorenportfolio: Mit drei Turbodieseln und drei Turbobenzinern ist der X4 vertreten, sie leisten zwischen 184 und 313 PS. Am schnellsten ist X4 xDrive30d von null auf 100 km/h, und zwar in 5,2 Sekunden. Am sparsamsten ist der X4 xDrive20d mit 190 PS starkem Zweiliter-Selbstzünder: Er benötigt im günstigsten Fall nur 5,2 Liter je 100 Kilometer. In wenigen Wochen wird BMW den Goldenen Schnitt auf vier Rädern versilbern: Wenigstens 51.300 Euro sind für das 184 PS starke Einstiegsmodell X4 xDrive20i fällig.

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