Ukraine-Krise - Kiew rechnet mit Gewaltzunahme im Osten vor Wahl

Kiew (APA) - Die für Kiew so wichtige Präsidentschaftswahl am Sonntag könnte eine lange Blutspur nach sich ziehen. Der Nationale Sicherheits...

Kiew (APA) - Die für Kiew so wichtige Präsidentschaftswahl am Sonntag könnte eine lange Blutspur nach sich ziehen. Der Nationale Sicherheits- und Verteidigungsrat rechnet mit zunehmenden Angriffen im Osten vor der Wahl. „(Der russische Präsident Wladimir, Anm.) Putin wird versuchen, die Wahlen zu stören“, sagte Andriy Parubiy vom Rat am Donnerstag der Presse in Kiew.

Es gebe eine „große Operation“ koordiniert vom Kreml. Ein Schutzgürtel werde daher im Osten der Ukraine, nahe Donezk und Luhansk, zur Sicherung der gefährdeten Wahlorte gebildet. „Alle Bürger der Ukraine sollen an der Wahl teilnehmen. Die Wahl am Sonntag hat eine tiefere Bedeutung als jede Wahl zuvor“, so Parubiy.

Es gebe ergänzende Polizeikräfte, um die Stimmzettel zu den Wahllokalen in den Konfliktregionen bringen und wieder abholen zu können. Daran nehmen laut Parubiy auch lokale Helfer teil. Die Bevölkerung im Osten erkenne, dass sie die „Terroristen“ nicht kontrollieren können und setzten Zeichen der Ablehnung. Auch Infrastruktur werde durch die Kämpfe zerstört.

Zugleich könne kein schneller Großangriff der ukrainischen Kräfte, auch nicht nach der Wahl, erwartet werden. Die „Terroristen“ arbeiteten mit menschlichen Schutzschilden. Sie würden sich etwa in Wohnungen verschanzen oder auch Kinder angreifen. „Wir begeben uns nicht auf dieses Niveau herab. Daher ist unser militärisches Vorgehen vielleicht eher langsam. Aber wir wollen Opfer unter Zivilisten vermeiden.“