Motor News

Passat macht wieder mehr Wind

Mehr als Zeichnungen sind dem Volkswagen-Konzern derzeit nicht zu entlocken, wenn es um die neue Mittelklasse geht, die im Herbst auf den Markt kommt.
© VW

Für eine Revolution war das Mittelklassemodell von Volkswagen in den vergangenen vier Jahrzehnten nicht zu haben – das ändert sich im kommenden Herbst.

Wolfsburg –Die Erwartungen in der Branche sind hoch, auch wenn die Mittelklasse seit einigen Jahren leidet wie kaum ein anderes Segment: Zahlreiche Kunden fühlen sich eher angesprochen von einem modisch erscheinenden SUV (Sports Utility Vehicle) oder möglicherweise von einem Kompaktvan. Da haben Limousine und Kombi nicht mehr ganz so gute Karten – doch Volkswagen versucht es auf ein Neues, zumal der Passat hier in den vergangenen 41 Jahren große Erfolge erzielen konnte. Von Stufenheck und Langheck verkauften die Wolfsburger weltweit mehr als 22 Millionen Stück. Nicht nur Private freuten sich über das gute Stück, auch Unternehmen orderten den Bestseller in Scharen.

Ob die Nachfrage nach der Generation Nummer acht eine vergleichbare sein wird? Klar, dass die VW-Entscheidungsträger genau das hoffen. Und deshalb bleibt in technischer Hinsicht kein Blechteil auf dem anderen. Der Nachfolger, der im vierten Quartal in zwei Karosserievarianten frischen Wind in den Handel bringt, darf den Vorgänger in vielerlei Hinsicht übertrumpfen.

Das fängt schon beim Fertigungsprozess an: Dank neuer Aggregate, veränderter Produktionsprozesse und neuer Materialien (höchstfeste Stähle, warm umgeformt) wird der neue Passat bis zu 85 Kilogramm leichter als der alte. Die Reduktion schlägt sich positiv bei niedrigerem Verbrauch und geringerem Ausstoß von Luftschadstoffen nieder. Dazu tragen außerdem zwei neue Antriebsformen bei: ein Bi-Turbodiesel mit vier Zylindern sowie zwei Litern Hubraum und ein Plug-in-Hybrid. Der Selbstzünder darf 240 Pferde zügeln und ein Nenndrehmoment von 500 Newtonmetern ab 1750 Umdrehungen/Minute entfesseln. VW stellt trotz der hohen Leistung einen Normverbrauch von knapp über fünf Litern je 100 Kilometer in Aussicht (für die Limousine). Serienmäßig verknüpft ist der Ölbrenner mit dem Allradantrieb 4Motion.

Der Plug-in-Hybrid-Passat ist nicht viel schwächer: Ein 1,4-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner und ein E-Aggregat leisten zusammen 211 PS, dank eines Lithium-Ionen-Akkus soll eine rein elektrische Reichweite von 50 Kilometern möglich sein. Diese Antriebskonfiguration kommt zuvor allerdings schon im A3 e-tron und im Golf GTE zum Einsatz. Insgesamt decken die Aggregate im neuen Passat ein Leistungsspektrum ab, das von 120 bis 280 PS reichen wird.

Nicht nur unter der Motorhaube ist Revolutionäres angesagt, sondern auch im Fahrgastraum: Dort gibt es optional ein 12,3 Zoll großes Active Info Display, das herkömmliche Instrumente digital ersetzt und erweitert sowie zum Teil individualisierbar ist. Wie manche Konkurrenten rüstet VW außerdem auf, was ein Head-up-Display anbelangt. Die Wolfsburger wählen beim Passat den Weg, bestimmte Fahrdaten auf eine ausfahrbare Glasscheibe zu projizieren. Mit der Area View ist es dem Fahrer dank vier Kameras ein Leichtes, den neuen Passat in enge Parklücken zu manövrieren – das System ermöglicht die Veranschaulichung der Umgebung in Vogelperspektive. Weitere Neuerungen: Progressivlenkung, Stauassistent, LED-Scheinwerfer und neue Entertainmentsysteme. Damit ist eines klar: Der neue Passat ist kein laues Lüftchen, eher ein Wirbelwind. (hösch)

Verwandte Themen