Erste Schweizer Theaterpreise an Massimo Furlan und Milo Rau

Winterthur (APA/sda) - Im Rahmen des 1. Schweizer Theatertreffens in Winterthur sind am Donnerstag die ersten Schweizer Theaterpreise verlie...

Winterthur (APA/sda) - Im Rahmen des 1. Schweizer Theatertreffens in Winterthur sind am Donnerstag die ersten Schweizer Theaterpreise verliehen worden. Unter anderen wurden die Schauspielerinnen Nikola Weisse und Fabienne Hadorn ausgezeichnet. Einzelpreise in Höhe von je 30.000 Franken (rund 25.000 Euro) gingen auch an den Theatermacher Massimo Furlan, seine Kollegin Cristina Castrillo und Regisseur Milo Rau.

Mit je 50‘000 Franken (rund 41.000 Euro) wurden das Berner Festival auawirleben und Beatrix Bühler sowie das junge theater basel gewürdigt. Schon bekannt war der Gewinner des Grand Prix Theater, der die Tradition des Hans-Reinhart-Rings fortführt: Omar Porras, der Gründer und Leiter des Teatro Malandro in Genf, durfte die mit 100‘000 Franken (rund 82.000 Euro) dotierte Auszeichnung entgegennehmen.

Unter dem Victor-Hugo-Motto „Le theatre - le pays du vrai“ stellte sich der Schweizer Bundesrat Alain Berset die Frage nach der Zukunft des Theaters in der zunehmend digitalisierten Welt. Er gelangte zum Schluss, dass das Theater heute nicht weniger Zukunft habe als zu Victor Hugos Zeiten. Das Theater sei „der Gegenentwurf zur virtuellen Kommunikationswelt“, sagte er bei der feierlichen Verleihung, und „heute eines der realistischsten Medien“. „Echte Menschen auf der Bühne, echte Menschen im Publikum und zwar als Kollektiv, als temporäre Gesellschaft, vielleicht sogar als temporäre Gemeinschaft.“

Die ersten Theaterpreisträger haben sich alle als Anreger und/oder Aufreger einen Namen gemacht. Milo Rau beispielsweise hat zuletzt mit seiner Show „Die Moskauer Prozesse“ Europa an- und Russland aufgeregt.

Nikola Weisse hat in ihrer über 40 Jahre dauernden Karriere unter anderem im Team von Christoph Marthaler neue Formen des Theaters mitpräsentiert. Fabienne Hadorn hat neben der Arbeit an großen Theatern mit ihrer Gruppe Kolypan die freie Theaterszene bereichert. Beatrix Bühler und das von ihr geleitete Festival auawirleben haben freien Truppen eine viel beachtete Plattform gegeben.

Der Lausanner Massimo Furlan hat mit spartenübergreifenden Produktionen Aufsehen erregt und Cristina Castrillo mit ihrem Teatro delle Radici und ihrem internationalen Theaterlabor das Bühnenleben im Tessin geprägt. Das junge theater basel schließlich wurde dafür ausgezeichnet, dass es Jugendliche zwischen 14 und 24 mit Vorstellungen und Kursen anregt.