Thailand-Putsch - Armeechef Prayuth ernennt sich zum Übergangspremier

Bangkok (APA) - Nach dem Militärputsch in Thailand hat sich Armeechef Prayuth Chan-ocha zum amtierenden Ministerpräsidenten ernannt. Das geh...

Bangkok (APA) - Nach dem Militärputsch in Thailand hat sich Armeechef Prayuth Chan-ocha zum amtierenden Ministerpräsidenten ernannt. Das geht aus einer Donnerstag Nacht veröffentlichten Erklärung der als „Nationaler Rat für die Wahrung von Frieden und Ordnung“ bezeichneten Militärjunta hervor, wie die „Bangkok Post“ Freitag Früh berichtete.

In den ersten 16 Stunden seit der Machtübernahme hatten die Militärbehörden zwei Befehle und 19 Kundmachungen herausgegeben, die wiederholt über Radio und Fernsehen verbreitet wurden. Sonst war dort nur traditionelle Musik zu hören. Sendeanstalten, die dies verweigern, droht die Abschaltung.

Andere Medien wie Zeitungen, Internet und Telefonverbindungen waren Freitag Früh nicht betroffen, so die „Bangkok Post“.

In einer Kundmachung hieß es, dass die Generalsekretäre aller Ministerien bis auf Weiteres die Aufgaben der abgesetzen Minister übernehmen würden. Sie seien, ebenso wie die Chefs von Staatsunternehmen, bis zur Bildung eines neuen Kabinetts gegenüber dem Militär rechenschaftspflichtig. Provinzgouverneure müssten den Armee-Stützpunkten ihrer Region Bericht erstatten.

Zudem bestellte die Militärführung die kürzlich wegen Amtsmissbrauchs von der Justiz abgesetzte Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra zum Rapport. Der Termin, an dem auch weitere Familienmitglieder des Shinawatra-Clans vorsprechen sollen, wurde für Freitag 5.00 Uhr MESZ angesetzt. Wo sich Yingluck aufhielt, war vorerst unklar. Sie wurde im Norden Thailands vermutet, wo ihre Bewegung viele Anhänger hat.