Konsum und Investitionen schoben deutsche Wirtschaft an

Berlin (APA/Reuters) - Kauffreudige Verbraucher und kräftig investierende Unternehmen haben nach offiziellen Angaben der deutschen Wirtschaf...

Berlin (APA/Reuters) - Kauffreudige Verbraucher und kräftig investierende Unternehmen haben nach offiziellen Angaben der deutschen Wirtschaft zum stärksten Wachstum seit drei Jahren verholfen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg von Jänner bis März um 0,8 Prozent zum Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Das ist doppelt so viel wie der Zuwachs von 0,4 Prozent Ende 2013.

„Bei diesem kräftigen Wachstum zum Jahresbeginn spielte allerdings auch die extrem milde Witterung eine Rolle“, erklärten die Statistiker. Besonders die Baubranche blieb von den sonst üblichen Unterbrechungen durch Schnee und Eis verschont.

Die privaten Konsumausgaben zogen angesichts der Rekordbeschäftigung, steigender Löhne und niedriger Inflation um 0,7 Prozent an. Das Staat erhöhte seine Konsumausgaben um 0,4 Prozent.

Die Unternehmen investierten angesichts guter Geschäftsaussichten und niedriger Zinsen 3,3 Prozent mehr in Maschinen, Anlagen und andere Ausrüstung. Das war der stärkste Zuwachs seit dreieinhalb Jahren. Die Bauinvestitionen kletterten sogar um 3,6 Prozent und damit so deutlich wie zuletzt vor drei Jahren. Dagegen bremste der Außenhandel das Wirtschaftswachstum, weil die Exporte mit 0,2 Prozent deutlich schwächer wuchsen als die Importe mit 2,2 Prozent.

Europas größte Volkswirtschaft ist damit einmal mehr die Wachstumslokomotive der Eurozone, die im ersten Quartal dank des kräftigen deutschen Aufschwungs ein Plus von 0,2 Prozent schaffte. Allerdings dürfte es in diesem Tempo nicht weitergehen. Bereits im März schrumpften sowohl die Industrieaufträge als auch Produktion und Exporte. Die Ukraine-Krise und die Konjunkturabkühlung in China dürften dafür mitverantwortlich sein. „Die Frühjahrsbelebung wird etwas schwächer ausfallen als gewohnt“, heißt es auch im Monatsbericht des deutschen Wirtschaftsministeriums.

Die Regierung rechnet für 2014 mit einem Wachstum von 1,8 Prozent. 2015 sollen es 2,0 Prozent sein.