Exkommunikation von Heizer

Pfarrerinitiative sieht ohne Lösung „Verlierer auf allen Seiten“

Wegen Messfeiern ohne Priester im privaten Kreis wurden die „Wir sind Kirche“-Vorsitzende Martha Heizer und ihr Ehemann Gert exkommuniziert.
© Thomas Böhm / TT

Am Freitag hat sich die Pfarrerinitiative der Diözese Innsbruck im Fall der „Wir-Sind-Kirche“-Obfrau Martha Heizer zu Wort gemeldet. „Uns verbindet das Anliegen der Weihe von Verheirateten und Frauen zu Priestern. Wir sind aber gegen die Selbstermächtigung von christlichen Gemeinschaften zur Feier der Eucharistie“, so die Sprecher der Initiative.

Innsbruck – Die Exkommunikation von Martha Heizer (67), der Vorsitzenden der kirchenkritischen Plattform „Wir sind Kirche“ und ihrem Mann Gert, sorgt auch fast zwei Tage nach Bekantwerden des kirchlichen Dekrets für Aufsehen.

Am Freitag hat die Pfarrerinitiative der Diözese Innsbruck eine Stellungnahme publik gemacht. Darin heißt es: „Wir bedauern zutiefst, dass es im Konflikt von Martha und Gert Heizer mit den Verantwortlichen der katholischen Kirche zur offiziellen Ankündigung der Exkommunikation von Frau und Herrn Heizer gekommen ist. Sollte die vorgesehene Bedenkzeit von 10 Tagen ohne Lösung verstreichen, sehen wir nur Verlierer auf allen Seiten.“

Pfarrerinitiave gegen „Selbstermächtigung von christlichen Gemeinschaften“

Die Pfarrerinitiative verbinde laut Aussendung mit den beiden Absamern „die Sorge, dass eine sonntägliche Eucharistiefeier aufgrund des Priestermangels für viele Gemeinden bald nicht mehr möglich ist und damitverbunden das drängende Anliegen der Öffnung der Zulassungsbedingungen zum kirchlichen Amt für Männer und Frauen, Unverheiratete und Verheiratete“. Sie sei aber „gegen die Selbstermächtigung von christlichen Gemeinschaften und Einzelpersonen zur Feier der Eucharistie ohne die Beauftragung und Weihe durch einen Bischof.“

Die Pfarrerinitiative sehe sich aber weiterhin mit Martha Heizer im Glauben verbunden. Eine Exkommunikation bedeute zwar den Verlust wesentlicher Rechte innerhalb der Kirche, aber nicht den Ausschluss aus der Kirche. „Die Gemeinschaft mit und in der Kirche ist begründet im Glauben, in der Taufe, die für immer gilt und im Leben aus dem Glauben, das Frau und Herr Heizer doch auch über Jahrzehnte hin in vielfältiger Weise bezeugt haben. In dieser Hinsicht wissen wir uns weiterhin mit ihnen im Namen Gottes und in der Gemeinschaft der Kirche Jesu Christi verbunden“, so die Sprecher der Pfarrerinitiative der Diözese Innsbruck in einer Aussendung.

Private Eucharistiefeiern

Grund für die Exkommunikation von Martha Heizer und ihrem Mann sind regelmäßige Eucharistiefeiern, welche die pensionierte Religionspädagogin und ihr Ehemann mit anderen Gläubigen in ihrem Haus in Absam feiern. Der Fall hatte 2011 für Aufregung gesorgt, Diözesanbischof Scheuer musste laut Kirchenrecht einschreiten, die Glaubenskongregation setzte daraufhin eine Kommission ein. Heizer zeigte sich am Donnerstag in einer schriftlichen Stellungnahme enttäuscht und schockiert. Sie wirft Rom vor, mit zweierlei Maß zu messen. „Es entsetzt uns ungemein, dass wir uns in der gleichen Kategorie wie priesterliche Missbrauchstäter wieder finden. Besonders erbittert es uns, dass wir von keinem einzigen Missbrauchstäter wissen, der exkommuniziert worden wäre“, heißt es in einer gemeinsamen Aussendung von Martha und Gert Heizer.

Bischof Manfred Scheuer wollte Mittwochabend das Dekret Roms übergeben, Heizer und ihr Mann wiesen es zurück. „Wir haben es nicht angenommen, weil wir das Verfahren auch nicht akzeptieren - infolgedessen auch den Schuldspruch nicht“, sagte Heizer. Am Mittwoch meldete sich dann auch Scheuer selbst via Presseausendung zu Wort: „Mit ihrer Bekanntgabe der ausgeübten Praxis der ‚privaten Eucharistiefeiern ohne Priester’ haben Gerd Heizer und Martha Heizer eine Situation geschaffen, in der ich als Bischof von Innsbruck rechtliche Schritte einleiten musste.“ Das Ehepaar Heizer könne innerhalb von 10 Tagen beim Bischof die Rücknahme oder die inhaltliche Abänderung des Dekrets mit aufschiebender Wirkung beantragen. (tt.com, TT)

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