Deutschland - Binnennachfrage verstärkte Wachstum zu Jahresbeginn

Berlin (APA/AFP) - Das stärkere Wirtschaftswachstum Deutschlands im ersten Quartal ist ausschließlich durch die hohe Binnennachfrage zustand...

Berlin (APA/AFP) - Das stärkere Wirtschaftswachstum Deutschlands im ersten Quartal ist ausschließlich durch die hohe Binnennachfrage zustande gekommen. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs im Vergleich zum letzten Quartal 2013 um 0,8 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag erste Berechnungen von Mitte Mai bestätigte. Zwischen Oktober und Dezember 2013 hatte das BIP nur um 0,4 Prozent zugelegt.

Die Unternehmen investierten in den ersten drei Monaten dieses Jahres 3,3 Prozent mehr in Ausrüstungen als im Vorquartal. Die Bauinvestitionen stiegen wegen der äußerst milden Witterung sogar um 3,6 Prozent. Die privaten Haushalte gaben um 0,7 Prozent mehr aus als im Vorquartal und der Staat 0,4 Prozent.

Der traditionell starke Außenhandel bremste hingegen das Wachstum im ersten Quartal. Die Exporte von Waren und Dienstleistungen legten im Vergleich zum Vorquartal nur minimal um 0,2 Prozent zu, die Warenexporte allein gingen sogar um 0,5 Prozent zurück.

Im Vergleich zum ersten Quartal 2013 legte das Wirtschaftswachstum den Statistikern zufolge preisbereinigt deutlich um 2,5 Prozent zu. Auch hier seien die Impulse vor allem aus dem Inland gekommen. Die privaten Haushalte gaben im Vorjahresvergleich preisbereinigt 1,1 Prozent mehr aus, obwohl sie wegen des milden Winters für Gas und Heizöl weniger zahlen mussten. Der Staat erhöhte seine Ausgaben um 0,5 Prozent.

Bei den Investitionen scheine sich eine Trendwende vollzogen zu haben, stellten die Statistiker fest. Unternehmen und Staat hätten im Vergleich zum Vorjahresquartal ihre Ausgaben deutlich erhöht. In Ausrüstungen wie Maschinen, Geräte und Fahrzeuge wurde sechs Prozent mehr investiert. Die Investitionen im Bau legten sogar um 10,2 Prozent zu. Dabei habe vor allem der Tiefbau von der milden Witterung profitiert, erklärten die Statistiker.

Auch im Vorjahresvergleich trug der Außenhandel nur einen geringen Anteil am Wachstum. Die Exporte stiegen preisbereinigt um 5,5 Prozent, die Importe legten aber um 6,2 Prozent zu.

Die Wirtschaftsleistung wurde im ersten Quartal 2014 von 41,7 Millionen Erwerbstätigen erbracht, das waren 344.000 Menschen oder 0,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.