Ferkel durch Muttermilch vor Parasitenerkrankung geschützt

Wien (APA) - Eine neue Strategie zum Schutz von Ferkeln vor einer schweren Durchfallerkrankung wurde an der Veterinärmedizinischen Universit...

Wien (APA) - Eine neue Strategie zum Schutz von Ferkeln vor einer schweren Durchfallerkrankung wurde an der Veterinärmedizinischen Universität Wien entwickelt. Dabei werden Muttersauen mit dem Erreger infiziert. Die Ferkel nehmen dann die von der Mutter gebildeten Antikörper mit der Muttermilch auf und werden so vor der Infektion geschützt, berichten die Forscher im Fachjournal „Veterinary Parasitology“.

Verursacher der „Saugferkelkokzidiose“ genannten Erkrankung ist der Parasit Cystoisospora suis, der ausschließlich Schweine infiziert. Der Parasitologe Lukas Schwarz fand in einer Studie im Vorjahr heraus, dass von der Muttersau gebildete Antikörper gegen die Infektionskrankheit gleich nach der Geburt über die Muttermilch auf die Ferkel übertragen werden. Je höher der Antikörperspiegel in der Milch der Sauen ist, desto besser ist die Schutzwirkung. Für erwachsene Schweine ist die Infektion ungefährlich.

Besonders hohe Antikörper-Mengen fanden die Forscher in der frühen Muttermilch, dem sogenannten Kolostrum. Eine „Impfung“ über diese besonders nahrhafte Milch könnte als Grundlage für die Entwicklung einer Impfstrategie gegen die „Saugferkelkokzidiose“ dienen. „Es gibt zwar wirksame Medikamente gegen die Saugferkelkokzidiose, wir wollen den Parasiten aber mit Hilfe einer Immunreaktion in den Ferkeln bereits im Keim ersticken“, so Schwarz am Freitag in einer Aussendung der Uni.

(S E R V I C E - Internet: http://dx.doi.org/10.1016/j.vetpar.2014.04.026)