UNIQA - Ökonomische Kapitalquote nach Solvency II bei 161 Prozent

Wien (APA) - Die UNIQA sieht sich für die neuen Versicherungs-Eigenkapitalregeln (Solvency II) gut gerüstet und hat heute als erstes österre...

Wien (APA) - Die UNIQA sieht sich für die neuen Versicherungs-Eigenkapitalregeln (Solvency II) gut gerüstet und hat heute als erstes österreichisches Unternehmen den entsprechenden Bericht zur ökonomischen Solvenz-Ausstattung veröffentlicht. Die ökonomische Kapitalquote (ECR-Quota) der UNIQA-Group nach internem Ansatz wird per Ende 2013 mit 161 Prozent beziffert.

Die Quote liege damit - gemäß der Risikostrategie des Unternehmens - auf einem soliden Niveau, so die UNIQA in einer Pressemitteilung. Staatsanleihen werden - strenger als im Standardmodell vorgesehen - im internen Ansatz der UNIQA nicht als risikolos bewertet, sondern mit 20 Prozent hinterlegt.

Die Kapitalabsicherung von Staatsanleihen drücke die Kapitalquote etwas nach unten, so UNIQA-Risikomanager (Chief Risk Officer/CRO) Kurt Svoboda. Dies entspreche aber aus Sicht der UNIQA und durch aktuelle Wirtschaftsmeldungen bestätigt viel besser der realen Risikosituation.

Die ECR-Quote ergebe sich aus dem Verhältnis der ökonomischen Eigenmittel von 4,4 Mrd. Euro und dem ökonomischen Eigenmittelerfordernis von 2,8 Mrd. Euro nach internem Kapitalansatz.

Die neuen strengeren Solvency-II-Regeln sollen - nach jahrelangen Diskussionen - mit 1. Jänner 2016 in Kraft treten. Interims-Richtlinien treten in Österreich bereits mit 1. Juli in Kraft. Die neuen Vorschriften bedeuten ein Abgehen von den traditionellen Buchwerten. Vermögenswerte (Aktiva) wie beispielsweise Aktien oder Anleihen werden künftig zu Marktpreisen bewertet. Auch für versicherungstechnische Rückstellungen muss ein Marktwert herangezogen werden - der sogenannte beste Schätzwert. Damit kommt es zu größeren Schwankungen als bisher, etwa auch durch Zinsänderungen, die in die Bewertungen einfließen. Neben quantitativen Regeln sind auch qualitative Erfordernissen wie Mindestkapitalerfordernis oder Solvenzkapitalerfordernis eine der Säulen von Solvency II wie etwa Governance.

Bei einer Kapitalquote unter 100 Prozent - ob nach Standardmodell oder nach internen Ansätzen berechnet - gibt es Maßnahmen der Aufsicht. Daher ist laut UNIQA eine ausreichende Kapitalisierung erforderlich, um bei starken Schwankungen nicht unter 100 Prozent zu kommen.

Die UNIQA wendet bei ihren Berechnungen ein eigenes Economic Capital (ECR) Modell an, das auf dem verpflichtenden Solvency II Standard-Ansatz basiert, der ebenfalls berechnet werden muss. Das Kapitalerfordernis wird für ein 200-jähriges Ereignis ermittelt. Die Transparenz in den Veröffentlichungen steigt laut UNIQA mit den neuen Eigenkapitalvorschriften.

Der Berechnungsprozess für die neuen Vorschriften ist aufwendig. In der UNIQA sind rund 70 Aktuare und Risikomanager damit beschäftigt. Die laufenden Kosten dafür werden auf 10 bis 15 Mio. Euro pro Jahr geschätzt.

~ ISIN AT0000821103 WEB http://www.uniqagroup.com ~ APA133 2014-05-23/10:06