Imst

Landwirtschaft stellt ihre Innovationen in die Auslage

Zum Auftakt der Sommertour besuchte Präsident Hechenberger das Weingut Zoller-Saumwald. Kritik übt er am Flächenverbrauch.

Von Alexander Paschinger

Haiming –Es war schon ein richtiger Sommertag. Auf der Terrasse der Weinlaube am Südhang des Tschirgant – umgeben vom austreibenden Wein – konnte die Spitze der Tiroler Landwirtschaftskammer den Auftakt ihrer Sommertour regelrecht feiern. Und auch mit echtem Nordtiroler Qualitätswein des Haiminger Winzer-Ehepaars Elisabeth Saumwald und Peter Zoller darauf anstoßen.

Vor drei Jahren war Landwirtschaftskammerpräsident Josef Hechenberger das erste Mal hier. „Da wurde der Verband der Tiroler Weinbauern gegründet“, erinnert er sich. Damals schlossen sich unter der Führung von Zoller elf Hobbywinzer zusammen, „heute sind wir schon 50“, sagt der Weinpionier nicht ohne Stolz. 2500 Flaschen Wein verschiedenster Sorten reifen in den Fässern von Zoller-Saumwald. Es sind der kalkhaltige, trockene, mineralische Boden gepaart mit dem wärmespeichernden „Ofen“, dem Tschirgant, sowie das Kleinklima mit kühlen Nächten und warmen Tagen – was die Gegend zu einem geeigneten Weinbaugebiet macht.

„Unsere Bäuerinnen und Bauern sind bestens ausgebildet, kreativ und dynamisch in der Umsetzung ihrer Ideen. Mit dem diesjährigen Jahresmotto ‚Heute für morgen‘ möchten wir ihre Projekte vor den Vorhang holen. So wie das Weingut Zoller-Saumwald, das den diesjährigen Regionalitätspreis in der Kategorie Landwirtschaft gewonnen hat. Wirtschaftlich erfolgreicher, hochwertiger und vor allem geschmacklich hervorragender Weinbau in Nordtirol ist für mich wirklich eine Innovation“, so Hechenberger. Das zweite große Thema ist das Jahr der bäuerlichen Familienbetriebe. Deren Bedeutung für eine flächendeckende Landwirtschaft und die Versorgung der Bevölkerung hoben Kammervizepräsidentin Resi Schiffmann und Bezirksbäuerin Renate Dengg hervor.

Neben anderen bäuerlichen Themen wie Almförderung (die auftreibenden Bauern sollen nicht sanktioniert werden) nahm Hechenberger auch zum Flächenverbrauch in Gunstlagen Stellung: „Der Flächenverbrauch im Inntal ist problematisch und eigentlich ein Verbrechen für die nachkommenden Generationen.“ Man müsse sorgsam mit guten, ackerfähigen Böden umgehen. Handlungsbedarf sieht er dabei auch bei der Raumordnung: Es könne nicht sein, dass vor ebenerdigen Geschäften riesige Parkplätze angelegt werden. „Wir haben immer noch das Denken, dass Lebensmittel in Hülle und Fülle zur Verfügung stehen“, mahnt Hechenberger Produktionsflächen ein.

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