Gesellschaft

Ein Kelch zum Campieren

Picknick, Kino, Modeschau: Die lange Nacht der Kirchen bot neben Wohlbekanntem vor allem Ungewöhnliches.

Innsbruck – Die Kirchenglocken in ganz Tirol läuteten, als sich Freitagabend zu Beginn der langen Nacht der Kirchen Tore und Pforten von mehr als 120 Gotteshäusern oder Klöstern öffneten. „Möge der einfache Zugang für viele Menschen ein anziehendes Bild der Kirche vermitteln“, hatte Bischof Manfred Scheuer gemeint, rund 23.000 Besucher waren seinem Aufruf gefolgt. Vier christliche Konfessionen – katholische, evangelische, serbisch-orthodoxe und altkatholische – boten 300 Programmpunkte an.

Vielen gab die Nacht die Möglichkeit, der Hektik des Alltags zu entfliehen – bei Konzerten, besinnlichen Gebeten, Meditationen. Andere begaben sich auf eine Kirchenwanderung der anderen Art, indem sie von einem Gotteshaus zum nächsten pilgerten.

Kinder wurden speziell angesprochen, etwa in der Pfarre Mariahilf, wo Monsignore Hermann Röck zur Führung durch die Sakristei lud. Dabei zog er alte, prunkvolle und neue, schlichte Kelche aus den Schränken. „Ist der für den Campingplatz?“, meinte ein Kind zu einem kleinen, goldenen Becher für zwei Hostien. Und erhielt zur Antwort, dass dieser für die Krankenkommunion verwendet werde. „Da ist dann der Pfarrer mit dem Allerheiligsten unterwegs.“ Als er den Kindern zwei Holzengel für den Tabernakel zeigte, meinte eines: „Schenkst du mir einen?“

Die evangelische Christuskirche hatte unter dem Motto „Kirchenraum einmal anders genützt“ ein Picknickkonzert geplant, wegen des Schönwetters wurde es spontan nach draußen verlegt. Und in Zirl wurde bis Mitternacht gesungen, meditiert und gemeinschaftlich gestrickt. (ms)

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Michael Domanig

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