Ski Alpin

Formel-1-Jungfrau Reichelt nimmt nun sogar Olympia 2018 ins Visier

Beim Training am Stubaier Gletscher hinterließ Reichelt bereits einen guten Eindruck.
© GEPA pictures/ Andreas Pranter

Bei seiner Premiere als Formel-1-Zaungast in Monte Carlo lässt Kitzbühel-Sieger Hannes Reichelt mit ehrgeizigen Zukunftsplänen aufhorchen.

Monaco – Der Abfahrtssieg in Kitzbühel hat sich für Hannes Reichelt mehrfach gelohnt. Er hat ihm letztlich auch eine Einladung zum Monaco-Grand-Prix eingebracht, wo der Salzburger an diesem Wochenende seine Formel-1-Premiere gibt. Auf der schwimmenden Plattform von Red Bull überraschte der Skirennfahrer mit der Aussage, dass er sich nun sogar eine Karriere-Fortsetzung bis Olympia 2018 vorstellen kann.

Reichelt wird im Juli 34 Jahre alt. Das ist für den aktuellen Hahnenkamm-Champion aber offenbar kein Grund, die Rennski bald in die Ecke zu stellen. Ausschlaggebend war, dass er unmittelbar nach seinem Kitz-Sieg im vergangenen Jänner am Rücken operiert werden und die Saison trotz Hochform vorzeitig beenden musste - den Verzicht auf Olympia in Sotschi inklusive.

Sotschi-Aus als Motivation für Südkorea

Die verpassten Spiele haben auch die Karriere-Pläne Reichelts verändert. Jetzt kann er sich sogar vorstellen, 2018 in Pyeongchang nochmals um Olympia-Medaillen zu kämpfen. „Hätte ich in Sotschi etwas gewonnen, wäre das sicher anders. Aber jetzt hat sich doch etwas geändert. Wenn ich fit und konkurrenzfähig bin, habe ich mir dieses Ziel (Korea, Anm.) einmal gesetzt.“

Trotz Hochform in Sotschi nicht starten zu können, hat Reichelt mittlerweile verkraftet. „Natürlich hat das wehgetan“, gestand Reichelt an der Cote d‘Azur. „Aber auch ein Svindal war in Topform und hat in Russland keine einzige Medaille geholt. Es gibt also sowieso keine Garantien.“

Auf dem Weg nach Südkorea liegen noch die Weltmeisterschaften 2015 in Vail und 2017 in St. Moritz. Sowie mehrere Weltcup-Saisonen, in denen Reichelt weiterhin vorrangig in den drei Disziplinen Abfahrt, Super-G und Riesentorlauf angreifen will. „Vorrangiges Ziel ist, wieder in die Form des Vorjahres zu kommen.“

Riesentorlauf als Trainings-Schwerpunkte

Riesentorlauf ist derzeit der Trainings-Schwerpunkt von Reichelt, der seit Anfang April wieder und bis jetzt schmerzfrei auf Ski steht. „Ein schönes Gefühl, wenn dir nichts mehr wehtut. Dazu kommt, dass ich derzeit keinen Stress habe und immer wieder Pausen einlegen kann.“ Etwas Wichtiges habe er aus dem vergangenen Winter mitgenommen. „Ich habe schon gemerkt, dass ich nicht unbrechbar bin. Dass ich keine 20 mehr bin und mit den Umfängen sparsamer umgehen muss.“

Dass sein ehemaliger Gruppentrainer Andreas Puelacher als Nachfolger von Mathias Berthold nun neuer Herrenchef ist, hält Reichelt für ebenso „gut“ wie den Aufstieg von Florian Raich zum Gruppenchef. „Das taugt mir voll. Um Mathias ist es zwar schade, weil ich mit ihm super zusammengearbeitet habe. Aber das habe ich mit Andreas auch und mit Leuten, die du schon kennst, ist das Zusammenarbeiten sicher leichter.“

Traum vom Cockpit im Porsche-Cup

Ausrüster und Sponsoren haben Reichelt trotz des vorzeitigen Saisonendes die Treue gehalten. „Sie wissen, was sie an mir haben. Und ein Kitz-Sieg als Österreicher ist irgendwo sogar mehr wert als eine Olympia-Medaille“, ist Reichelt überzeugt.

Zur Formel 1 kam Reichelt noch als Neuling, flott Auto zu fahren ist aber auch für ihn nichts Neues. „Das ist ja ein bissl eine Skifahrer-Krankheit.“ Auch Rennen fahren kann sich der Speed-Freak vorstellen. „Ein Cockpit für den Porsche-Cup würde ich nicht ablehnen. Die Kurven hätte ich sicher schnell im Griff.“ (APA)

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