Germain Katanga alias „Simba“: Gefürchteter Warlord im Ituri-Konflikt

Kinshasa/Den Haag (APA/dpa) - Germain Katanga galt seit 2003 als einer der gefürchtetsten Kriegsherren der kongolesischen Miliz „Kräfte des ...

Kinshasa/Den Haag (APA/dpa) - Germain Katanga galt seit 2003 als einer der gefürchtetsten Kriegsherren der kongolesischen Miliz „Kräfte des patriotischen Widerstands in Ituri“ (FRPI). Der auch unter dem Namen „Simba“ (Löwe) bekannte Rebellenführer leistete laut dem Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) einen „entscheidenden Beitrag“ zu schweren Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Bereits in jungen Jahren hat der heute 36-Jährige laut des Urteils des Haager Gerichts schwerste Verbrechen gegen die Menschlichkeit verübt. So war er am 24. Februar 2003 an dem ethnisch motivierten Massaker in dem Dorf Bogoro im Osten Kongos beteiligt - nicht nachgewiesen werden konnte ihm die Befehlsgewalt über die Aktion. Damals waren über 200 Dorfbewohner, darunter auch zahlreiche Kinder, mit Macheten niedergemetzelt und zerstückelt oder verbrannt worden. Häuser wurden in Brand gesteckt und die fliehenden Bewohner wie Tiere gejagt. Ziel der grausamen Aktion war es gewesen, die Angehörigen des Volksstammes Hema auszulöschen.

Geboren wurde Katanga 1978 in Mambasa im rohstoffreichen Osten Kongos. Anfang 2003 stieg er zum Anführer der FRPI auf und leitete die Miliz bei Attacken der Volksgruppe der Lendu gegen die verfeindeten Hema. Katanga selbst soll den Ngiti angehören, einer Untergruppe der Lendu. 2005 wurde „Simba“ auf Anordnung der kongolesischen Behörden festgenommen und im Oktober 2007 an den IStGH in Den Haag überstellt. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.

~ WEB http://www.icc-cpi.int/ ~ APA193 2014-05-23/11:09