Starke Frauen: Kaija Saariahos „Emilie“ im Salzburger Landestheater

Salzburg (APA) - Von Frauen, mit Frauen, über Frauen - die Opernproduktion von „Emilie“ am Salzburger Landestheater ist fest in weiblicher H...

Salzburg (APA) - Von Frauen, mit Frauen, über Frauen - die Opernproduktion von „Emilie“ am Salzburger Landestheater ist fest in weiblicher Hand. Morgen, Samstag, wird der Opernmonolog der finnischen Komponistin Kaija Saariaho erstmals in Österreich aufgeführt. Regie führt die junge Deutsche Agnessa Nefjodov und in der einzigen Rolle auf der Bühne wird die schottische Mezzosopranistin Allison Cook zu erleben sein.

Im Zentrum der 2010 in Lyon uraufgeführten Oper steht Emilie du Chatelet (1706-1749). Die Sängerin, Philosophin, Übersetzerin und Geliebte von Voltaire gilt zudem als die erste Naturwissenschaftlerin der Geschichte.

Das Libretto stammt von Amin Maalouf. Der Libanese hat ein Psychogramm dieser außergewöhnlichen, umfassend begabten Frau auf die Bühne gebracht, und die 1952 geborene Kaija Saariaho hat daraus eine sorgfältig orchestrierte Opernpartitur gestaltet, die von fein ziselierten Klangfarben und behutsam ausgependelter Tonsprache mit seltenen eruptiven Ausbrüchen gekennzeichnet ist.

In der Salzburger Produktion zeigt Ausstatterin Eva Musil eine abstrakte Raum-Installation aus Holz, wie das Innere des Kopfes der Heldin. Regisseurin Agnessa Nefjodov, die am Landestheater bereits Hossam Mahmouds Oper „18 Tage...“ sowie Strindbergs „Fräulein Julie“ auf die Bühne gebracht hatte, ist es aber trotz dieser Konzentration des Weiblichen nicht um eine „Frauen-Oper“ gegangen, wie sie im APA-Gespräch erläuterte: „Mich hat die Wirkung von Spott, Abwertung und Einsamkeit auf dieses Individuum interessiert. Also wie verändert sich das Denken eines Menschen unter Druck. Wer will, kann sich wiedererkennen in diesem dramatischen, psychologischen Wandlungsprozess. Aber für ein gesellschaftspolitisches Statement zur Emanzipation ist dieser Stoff ungeeignet“, so die Regisseurin, die betonte, dieses Stück deutlich persönlicher und intensiver interpretiert zu haben, als bei der Uraufführung vor vier Jahren. „Trotzdem bin ich nahe am Werk geblieben und habe der Geschichte nichts übergestülpt.“

Hauptanliegen der Regisseurin war, „eine Bildsprache zu finden, die das Verständnis der Musik erleichtert, die hilft, sich einzulassen auf den Klang dieser Oper.“ Für den sorgt das Mozarteumorchester unter der Leitung von Leo Hussain, der sich mit „Emilie“ von Kaija Saariaho als Musikchef des Salzburger Landestheaters verabschieden wird. Der Eindruck von „Emilie“ bei der Generalprobe, gestern, Donnerstagabend: Sowohl szenisch als auch musikalisch gut gearbeitet, stark gesungen und rundum kurzweilig.

(S E R V I C E - „Emilie“, Oper in neun Szenen von Kaija Saariaho nach einem Text von Amin Maalouf. Österreichpremiere im Salzburger Landestheater am 25. Mai 2014. Die weiteren Termine: 24. und 28 Mai, sowie 5. und 10. Juni. Regie: Agnessa Nefjodov, Ausstattung: Eva Musil, Musikalische Leitung: Leo Hussain. Mozarteumorchester Salzburg. Solistin: Allison Cook. http://www.salzburger-landestheater.at.)