Schwaz

„Ich fühle mich wie Phönix aus der Asche“

Hinter dem ehemaligen Europahaus-Geschäftsführer Hannes Pramstraller liegen harte Zeiten. Entmutigen ließ er sich dadurch nicht.

Von Angela Dähling

Mayrhofen –2011 und 2012 waren keine guten Jahre für Hannes Pramstraller. Mit 31. Oktober 2011 räumte der Vertragsbedienstete seinen Sessel als Europahaus-Geschäftsführer. Zwar einvernehmlich. Allerdings nicht friedlich. „Ich hatte gemerkt, die wollen mich loshaben“, erinnert sich Pramstraller. Über die Hintergründe der Trennung war beidseitig ein Mantel des Schweigens gehüllt worden.

Doch dann kam der langjährige Chef des Kongresszentrums in die Schlagzeilen, weil er anonym von zwei Mayrhofnern, die beide nicht dem Verwaltungsrat des Europahauses angehörten, angezeigt worden war. 2012 ermittelte die Staatsanwaltschaft daraufhin gegen ihn – wegen des Verdachts der Untreue, des Betrugs und des Vorenthaltens von Dienstnehmerbeiträgen. „Ich wusste, dass das haltlose Vorwürfe waren, und nahm mir daher auch keinen Anwalt“, sagt Pramstraller.

Er sollte Recht behalten: Mit Schreiben vom 29. Mai 2013 benachrichtigte ihn die Staatsanwaltschaft über die Einstellung des Verfahrens. „Trotz umfangreich geführten Ermittlungsverfahrens ist ein Schuldnachweis nicht zu erbringen, wobei anzumerken ist, dass der Beschuldigte ohnedies einen Großteil der behaupteten Vorwürfe entkräften konnte“, heißt es in dem Schreiben.

„Ich hatte in dieser Zeit viel über so genannte ‚Freunde‘ gelernt und nahm die nicht gerade einfache Situation zum Anlass, Auszeit zu nehmen, um dann neu durchzustarten“, blickt Pramstraller zurück. Rückblickend kann er sagen: „Es ging zwar eine Tür zu, dafür taten sich fünf neue auf. Ich fühle mich wie Phönix aus der Asche.“ Der Mayr­hofner nutzte die Chance, sich selbstständig zu machen und dabei seine großen Vorlieben Kunst, Musik, Bildung sowie Kongress-, Event- und Destinationsmanagement in den Fokus zu rücken.

Er veranstaltete inzwischen zum dritten Mal mit der Tiroler Ärztekammer Westösterreichs größte medizinische Fortbildungsveranstaltung mit 600 Teilnehmern in der ­UMIT Hall, rief im SZentrum in Schwaz die „Tiroler Gesundheitstage“ ins Leben und ist neuerdings für den Tourismusverband in Fügen im Einsatz. Seine Aufgabe: ein international unverwechselbares Kulturangebot zum 200-jährigen Bestehen des „Stille Nacht“-Liedes im Jahr 2018 zu schaffen sowie eine Angebotsgruppe von Seminarhotels zusammenzustellen. Die „Stille Nacht“ ist sein Steckenpferd. Zu Weihnachten soll endlich sein rechercheintensives Buch dazu erscheinen. Als Drehvorlage diente es Servus TV bereits. Eine weitere, mehrteilige Dokumentation und ein Spielfilm über das Wirken der Strasser und Rainer Sänger sollen folgen.

An der Zillertaler Tourismusfachschule, an der der Mayrhofner seit Jahren unterrichtet, wird er nun zudem österreichweit als erster Tourismusschullehrer das Fach Kunst und Kultur unterrichten und an der Pädagogischen Akademie Kollegen für diesen Fachbereich ausbilden. „Ich verdiene zwar jetzt etwas weniger, aber mir geht es besser. Ich arbeite weniger Stunden und bin mein eigener Chef“, sagt Pramstraller.

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Angela Dähling

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