Gesellschaft

Neuner wird Pfarrer von Reutte

Die Verhandlungen mit den indischen Karmeliten sind überraschend geplatzt. Die Pfarren Breitenwang und Reutte werden zu einem Seelsorgeraum zusammengefasst.

Von Helmut Mittermayr

Reutte, Breitenwang –Die Überraschung sitzt auch bei den Verhandlern der Diözese Innsbruck noch tief. Nach konstruktiven Gesprächen zwischen Bischof Manfred Scheuer, Generalvikar Jakob Bürgler und dem Vertreter der indischen Karmeliten in Deutschland, der sich einen Einzug in das Kloster und die Mithilfe in der Seelsorge in Reutte vorstellen konnte, kam nun von der neuen Provinzleitung in Indien die Absage aus heiterem Himmel. „Der neu gewählte Provinzial der Karmeliten sieht sich nicht über die Aufgabe aus. Das ist schade, sie hätten auch die pfarrliche Seelsorge übernommen. Mit der Absage hat eigentlich niemand mehr gerechnet“, erklärt Dekan Franz Neuner gegenüber der TT. Wäre es nach den Vorstellungen der Diözese Innsbruck gegangen, hätten die indischen Mönche auch das Zwischentoren mitbetreuen sollen.

Generalvikar Jakob Bürgler bedauert: „Nachdem sich nun die Nachbesetzung des Klosters durch eine andere Ordensgemeinschaft vorerst zerschlagen hat, werden wir die notwendigen Schritte Richtung Seelsorgeraumerrichtung setzen. Diesbezüglich wurden auch schon erste Gespräche mit Dekan Franz Neuner geführt, der bereit ist, den Seelsorgeraum zu leiten.“ Das heißt konkret – Neuner wird Pfarrer von St. Anna in Reutte, wenn die Franziskaner Ende September ihre Zelte in der Marktgemeinde abbrechen. Der Dekan wird ab Herbst sowohl der Pfarre Hl. Petrus und Paul in Breitenwang als auch St. Anna in Reutte vorstehen. Die Franziskaner haben ja angekündigt, aufgrund der stark rückläufigen Zahl ihrer Ordensbrüder den Klosterbetrieb in Reutte nicht mehr aufrechterhalten zu können. Nach fast 300 Jahren verlassen sie den Bezirkshauptort. Hinsichtlich der Weiterverwendung der Liegenschaft ist seit der Absage der Karmeliten wieder alles offen.

Im zu gründenden Seelsorgeraum werden dann Pflach, Ehenbichl, Reutte und Breitenwang zusammengefasst. Er könnte auch noch erweitert werden. Franz Neuner ist klar, dass er die große Aufgabe der Seelsorge nicht allein bewältigen wird. „Aber ich kann auch nicht mit den Fingern schnippen und fünf Pfarrer sind da“, ist ihm der Humor nicht abhandengekommen. Die Diözese halte jedenfalls die Augen nach Personal offen. Für Neuner ist es auch wichtig, dass bei der Suche nach Assistenz „die Chemie stimmt, dass man ein gutes Team bilden kann“. Der gebürtige Leutascher ist für alles offen. Auch ein Diakon oder Pastoralassistenten seien denkbar. „Und die verstärkte Mithilfe von Laien. Es gibt schon gute Talente und viele haben Charismen. Darauf baue ich. Es gilt mutig nach vorne zu schauen.“

Der katholische „Bezirkschef“ schließt aus, dass er weiter als Priester nur einer Pfarre auftreten werde – und eine zweite hauptamtliche Kraft die andere Seite versorge. Der gesamte Seelsorgeraum werde im Team betreut. Er will bald einen so genannten Seelsorgeraumrat installieren. „Die einzelnen Pfarrgemeinderäte bleiben selbstverständlich bestehen“, klärt er auf.

Pfarrgemeinderatsobfrau Astrid Lutz zeigt sich in einer ersten Stellungnahme „traurig und betroffen“. Sie könne nicht mehr sagen.

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