NGOs erinnern Parlamentarier an Zusagen bei EZA-Budget

Wien (APA) - Mehr als die Hälfte von Österreichs Nationalratsabgeordneten - 107 von 183 - haben sich öffentlich für eine Rücknahme der Kürzu...

Wien (APA) - Mehr als die Hälfte von Österreichs Nationalratsabgeordneten - 107 von 183 - haben sich öffentlich für eine Rücknahme der Kürzungen bei der Entwicklungszusammenarbeit (EZA) ausgesprochen. Daraufhin haben die 45 im „Dachverband Globale Verantwortung“ zusammengeschlossenen Nicht-Regierungsorganisationen am Freitag vor dem Parlament aufmerksam gemacht, wie Kathpress berichtete.

Die NGOs apellierten an die Parlamentarier und an Finanzminister Michael Spindelegger (ÖVP), dass sie sich nicht wie „Fähnchen im Wind“ verhalten und die im Budget vorgesehenen Kürzungen bei den EZA-Geldern abwenden sollten. Ihre gemeinsame Kampagne nannten sie „Mir wurscht“.

Das Budget, über das am Freitag abgestimmt werden soll, sieht Kürzungen bei den Mitteln für die EZA und eine Nichterhöhung des Auslandskatastrophenfonds vor, wobei die Kürzungen allein bei der direkten Projekthilfe 17 Millionen Euro betragen. Auswirkungen habe dies auf Hunderttausende Menschen in den ärmsten Ländern, erinnerte der Dachverband. „Eine Million Euro weniger bedeuten, dass 45.000 Kindern der Schulbesuch verwehrt bleibt. Bei 17 Millionen betrifft es eine dreiviertel Million Kinder“, hieß es in einer Aussendung.

Nachdem sich die meisten Nationalratsabgeordneten bei persönlichen Gesprächen in den vergangenen Monaten mit NGO-Vertretern für eine Rücknahme der einschneidenden Budgetkürzungen bei der EZA ausgesprochen hätten, sollten sie nun zu ihrer Meinung stehen. „Setzen sie ein persönliches Zeichen, dass Ihnen Kinder, Frauen und Männer, die unter schwierigsten Bedingungen auf dieser Welt leben, nicht wurscht sind“, forderte Annelies Vilim, Geschäftsführerin des Dachverbands von den Mandataren. Die Budgetabstimmung am Freitag könne wesentlich zu einer „Chance der ärmsten Menschen auf ein Leben ohne Hunger und Armut“ beitragen.