Tag der vermissten Kinder am 25. Mai - Die meisten tauchen wieder auf

Wien (APA) - Am kommenden Sonntag wird der internationale Tag der vermissten Kinder begangen. Der damalige US-Präsident Ronald Reagan hat la...

Wien (APA) - Am kommenden Sonntag wird der internationale Tag der vermissten Kinder begangen. Der damalige US-Präsident Ronald Reagan hat laut dpa den Tag 1983 ins Leben gerufen. Der 25. Mai ist der Tag, an dem der sechsjährige Etan Patz im Jahr 1979 in New York verschwand - sein Fall erregte weltweit Aufsehen.

In Österreich sei die Zahl der Vermissten nur schwer genau festzumachen, hieß es am Freitag im Bundeskriminalamt (BK) auf Anfrage der APA. Der Großteil tauche binnen ein bis zwei Wochen wieder auf, andererseits kommen laufend neue Fälle hinzu. Bei einer Stichtagsabfrage in der Personenfahndung im Elektronischen Kriminalpolizeilichen Informationssystem (EKIS, SIS) waren im Durchschnitt zwischen 700 und 800 Personen als abgängig ausgeschrieben, davon rund 150 bis 200 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahre.

Nur wenige bleiben laut BK über einen längeren Zeitraum verschwunden. Insbesondere vor Schulschluss reißen Schülerinnen und Schüler aus - wegen schlechter Noten oder aus Abenteuerlust. Auch über das Wochenende verschwinden oft Jugendliche. Verbrechen sind nicht so oft die Ursache für das Verschwinden von Kindern.

Wenn ein Kind verschwindet, rekonstruieren die Fahnder die letzten Stunden davor, um Anhaltspunkte zu finden. Ein als „abgängig“ gemeldeter Jugendlicher wird sofort im EKIS und im Schengener Informationssystem (SIS) zur Fahndung ausgeschrieben. Ergeben sich Indizien für einen Bezug zu einem bestimmten Land, das nicht zum Schengenraum gehört, erfolgt zusätzlich zur Schengen-Ausschreibung eine Auslandsfahndung über Interpol. Seit 2013 gibt es für solche Fälle im BK das „Kompetenzzentrum für abgängige Personen“ (KAP).