Irakische Kurdenregierung begann Ölexport auf eigene Rechnung

Erbil (APA/dpa) - Die irakischen Kurden haben zum ersten Mal auf eigene Rechnung Öl nach Europa verkauft. Damit setzten sie sich über ein Ve...

Erbil (APA/dpa) - Die irakischen Kurden haben zum ersten Mal auf eigene Rechnung Öl nach Europa verkauft. Damit setzten sie sich über ein Verbot der Zentralregierung in Bagdad hinweg. Ein Sprecher der kurdischen Autonomiebewegung mit Sitz in Erbil teilte am Freitag mit, in der Nacht seien im türkischen Hafen Ceyhan mehr als eine Million Barrel Öl verladen worden. Wer der Käufer ist, sagte er nicht.

Die Regierung in Bagdad erhebt Anspruch auf einen Teil der Einnahmen und hat deshalb jedem, der Öl aus dem Kurdengebiet kauft, mit Sanktionen gedroht.

Die Kurden-Regierung erklärte dagegen, sie werde kein Geld an die Zentralregierung überweisen, da das Parlament in Bagdad bis jetzt noch nicht über den Haushalt entschieden habe. Außerdem warte die Autonomieregierung seit Monaten auf ausstehende Zahlungen aus den Ölexporten der Zentralregierung.

In Bagdad verhandeln die Parteien seit der Parlamentswahl vom 30. April über die Bildung einer neuen Regierung. Die Kurdenparteien haben noch nicht entschieden, welcher möglichen Koalition sie sich anschließen werden.