Gesellschaft

Lebensretter aus Lienz erhielt Lebensbaum

Von Christoph Blassnig...

Von Christoph Blassnig

Lienz –Heute ist Michaela aus dem Mölltal (Kärnten) 19 Jahre alt und führt ein ganz normales glückliches Leben. Dabei ging ihre Rettung 1998 als „Das Wunder von Kärnten“ sogar in die Filmgeschichte ein. Michaela überlebte auch dank Helfern aus Osttirol. Bei ihrer Generalversammlung erinnerten sich die Rot-Kreuz-Mitglieder in Lienz an das „Wunder von Kärnten“.

Ein strahlender Sonntag, der 3. Mai 1998. Alfons Klaunzer nimmt um 14 Uhr in Lienz einen Notruf aus dem Mölltal entgegen. „Die Welt war auf einen Schlag eine andere“, erinnert sich Klaunzer, „noch heute ist das Erzählen schwierig für mich.“ Eine Mutter schreit ins Telefon: „Mein Baby! Mein Baby!“

Klaunzer gelingt es, den verzweifelten Vater zur Wiederbelebung seiner dreijährigen Tochter anzuleiten, die er leblos aus einem nahen Ententeich geborgen hatte. „Später höre ich über das Telefon den Hubschrauber nahen. Die Türe geht auf, und ich erkenne die Stimme vom Franz. Was für ein Glück!“

Der Lienzer Not- und Kinderarzt Franz Krösslhuber berührt das Mädchen. „Ohne Lebenszeichen, in nassen Kleidern, blass und eiskalt lag sie auf dem Bretterboden. Körpertemperatur: 18,1 Grad.“ Krösslhuber schildert vor der Versammlung seinen ersten Gedanken: Diesmal sind wir leider zu spät gekommen. „Dann dachte ich an Lawinenopfer, denen das starke Abkühlen ihr Leben retten kann. Wir haben Mut zur Wiederbelebung geschöpft. Nach zehn Tagen im Krankenhaus ist das Mädchen aufgewacht, nach einem weiteren Monat konnte sie wieder nach Hause“, berichtet Krösslhuber. Alfons Klaunzer erhielt von der Generalversammlung einen Lebensbaum als Anerkennung. Für Franz Krösslhuber erfüllt sich der Wunsch nach Defibrillatoren in den Berghütten entlang der Kalser Glocknerroute.

„So schön kann Leben retten sein“, sagt Bezirksstellenleiter Egon Kleinlercher. „Unsere Leistungsbilanz für 2013 stellen wir unter das Motto aller Freiwilligen: Für einen Händedruck.“ Kleinlercher ist stolz auf seine Leute. Knapp 100.000 Arbeitsstunden leisteten allein ehrenamtliche Mitarbeiter für Ausbildungen, Transporte, Gesundheits- und Sozialaufgaben. Über dreißig Ehrungen wurden ausgesprochen, für jahrzehntelange Dienste genauso wie für regelmäßiges Blutspenden.

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Catharina Oblasser

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