EU-Wahl - Splitter zur Europawahl

Wien (APA/dpa) - Es wird ernst bei der Europawahl: Während in vielen der 28 EU-Mitgliedstaaten noch um Wählerstimmen geworben wird, ist die ...

Wien (APA/dpa) - Es wird ernst bei der Europawahl: Während in vielen der 28 EU-Mitgliedstaaten noch um Wählerstimmen geworben wird, ist die Abstimmung in den ersten Ländern schon gelaufen. Splitter zur Europawahl:

WAHLWETTER: Mal schwül, mal kühl: Je nach Standort innerhalb der EU können die Wähler in der EU in T-Shirt und kurzer Hose ins Wahllokal gehen - oder müssen die Daunenjacke wieder aus dem Kasten holen. Generell sei es im Westen kühler als im Osten, sagte Meteorologe Christian Herold vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach am Donnerstag voraus. In Nordfinnland bibbern die Wähler bei sieben Grad, in Tschechien (Wahl am Freitag/Samstag) und der Slowakei (Samstag) ist zur Wahlzeit mit kräftigen Gewittern zu rechnen. In Deutschland soll es am Wahlsonntag sonnig und bis zu 27 Grad warm werden.

EUROPAWAHL IN ÜBERSEE I: Zu kalt dürfte es bei diesen Wählern nicht werden: Stimmen für die Europawahl werden auch in der Karibik abgegeben. Wahlberechtigte der karibischen Kommunen Bonaire, Sint Eustatius und Saba waren am Donnerstag als einige der ersten zur Stimmabgabe aufgerufen - als Bürger der Niederlande. Die drei Inselgebiete werden auch als „Besondere Gemeinden“, BES-Inseln oder Karibische Niederlande bezeichnet. Es leben nur rund 21.000 Insulaner auf den Inseln - die Zahl der Wähler dort ist angesichts von rund 400 Millionen Wahlberechtigten in der EU also eher überschaubar.

EUROPAWAHL IN ÜBERSEE II: Was die Niederländer können, haben die Franzosen schon lange drauf: In den früheren französischen Kolonien in Übersee sind mehr als zwei Millionen Bürger Frankreichs zur Wahl aufgefordert. Um „La France d‘outre-mer“ zu organisieren, gibt es in Frankreich sogar ein eigenes Überseeministerium. Die Gebiete fernab des europäischen Kontinents sind zusammengefasst als Wahlkreis der Überseedepartments. Den Anfang der Wahl sollte am Freitagabend Französisch-Polynesien im Pazifik machen - das Mutterland auf dem europäischen Kontinent wählt dagegen erst am Sonntag.

NIEDERLÄNDISCHE FRÜHSTARTER: Wer als Niederländer am Donnerstag einer der ersten Wähler unter den EU-Bürgern sein wollte, musste bei der Öffnung der Wahllokale um 7.30 Uhr besonders früh aufstehen - oder erst gar nicht ins Bett gehen: In Maastricht konnten die Wahlberechtigten schon ab Mitternacht wählen. Geholfen hat der nächtliche Einsatz weniger: Nur etwas mehr als jeder dritte Niederländer (37 Prozent) gab tatsächlich seine Stimme ab.

WAHLMUFFEL IN DER SLOWAKEI: Den Negativrekord für die niedrigste Beteiligung an EU-Wahlen hat die Slowakei schon 2004 aufgestellt. Am Wahlsamstag könnte es nun noch schlimmer kommen: In einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage der Meinungsforschungsagentur Focus gaben nur knapp 15 Prozent der Befragten an, sie wollten „sicher wählen gehen“. 2009 nahmen nur 19,6 Prozent der slowakischen Wahlberechtigten an der Europawahl teil, fünf Jahre zuvor waren es sogar nur 17,0 Prozent - die schlechteste jemals in einem EU-Land gemessene Beteiligung bei einer Europawahl.

WAHL-O-MAT: Rund 64,4 Millionen Menschen sind in Deutschland nach Angaben des Bundeswahlleiters bei der Europawahl stimmberechtigt - fast drei Millionen davon suchten im Voraus Hilfe - per Wahl-O-Mat. Bis Freitagmittag wurde die Entscheidungshilfe der Bundeszentrale für politische Bildung im Internet rund 2,8 Millionen Mal genutzt. In 38 Fragen zu den Positionen der Parteien können sich die Wähler bei ihrer Entscheidung helfen lassen.

ABSTINENTER SCHULZ: Martin Schulz ist überzeugter Rheinländer, braucht aber keinen Alkohol, um Spaß zu haben. „Seit 32 Jahren lebe ich konsequent abstinent. Und das, obwohl ich Bürgermeister in einer Karnevalshochburg war. Ich kann auch so lustig sein“ sagte der SPD-Spitzenkandidat für die Europawahl der „Bunten“. Er habe in seiner Jugend ein Alkoholproblem gehabt. „Irgendwann sagte ich mir: Entweder mache ich einen radikalen Schnitt oder ich gehe kaputt“, berichtete der 58-Jährige. Mit 27 habe er dann eine eigene Buchhandlung gehabt. „Von da an ging‘s bergauf.“

FEMINISTINNEN: Eine feministische Partei könnte in Schweden den Weg ins Europaparlament schaffen. Die Feministische Initiative (FI für „Feministiskt initiativ“) liegt laut Umfragen im Auftrag von schwedischen Medien kurz vor der Wahl bei 4,3 Prozent - und kämpft damit um einen der 20 Abgeordnetenplätze des Landes.