Wörgl

Sozialzentrum stößt den Wörgler Politikern sauer auf

Der Verein WIST machte den Gemeinderäten ein Angebot für ein Großprojekt am Fischerfeld. Die Kritik war der Mandatare war groß.

Von Michael Mader

Wörgl –Mit heftigem Gegenwind hatten am Donnerstagabend vier Experten zu kämpfen, die den Wörgler Gemeinderäten das Sozialkompetenzzentrum am Fischerfeld schmackhaft machen wollten. Walter Hinterhölzl, Finanzchef vom Verein Wirtschaftshilfe für Studenten Innsbruck (WIST), hatte sich dazu Richard Dierl von der miles group, Christian Schneller von Impuls Consult und den Kufsteiner Architekten Klaus Adamer mit ins Boot geholt.

Wie berichtet, plant die WIST, auf der von ihr erworbenen Fläche ein Sozialkompetenzzentrum zu bauen. Schneller erklärte den Gemeinderäten, dass das Pflegeheim personell und räumlich an die Grenzen gestoßen sei und sich aufgrund der demographischen Entwicklung im Planungsverband 29 in den nächsten zehn Jahren die Zahl der Personen mit Pflegebedarf von 500 auf 800 erhöhe: „Wir wollen eine sinnvolle Ergänzung zum Pflegeheim sein, es darf kein Wettbewerb entstehen.“

Des Weiteren sind auf dem 10.000 Quadratmeter großen Areal eine Tagesbetreuung, betreutes Wohnen, ein Pflegehotel, eine Kinderkrippe, ein Kindergarten, ein Schülerhort, die Musikschule, die Volkshilfe Werkbank, eine Mensa, ein Café, ein Spielplatz und ein Park geplant.

„Das ist ein Angebot an die Stadt“, sagte Hinterhölzl, der betonte, dass es noch keine Detailplanung gebe und er sich bis zum Herbst eine Entscheidung der Stadtgemeinde erhoffe. Bei einem Ja könnte schon im Sommer 2015 mit dem Bau begonnen werden, dessen Kosten auf 20 Millionen Euro geschätzt werden. Die Stadtgemeinde könne sich zu einem Quadratmeterpreis von 7 Euro einmieten.

Gemeinderat Mario Wiechenthaler von der Freiheitlichen Wörgler Liste (FWL) sieht das Projekt als Konkurrenz zum Sozialsprengel und bezeichnete die Zahlen als reine Spekulation, Vizebürgermeisterin Evelin Treichl (ÖVP) führte ins Treffen, dass das Land nur eine gewisse Anzahl an betreuten Wohnungen fördert.

Gemeinderat Johannes Puchleitner (ÖVP) war als Musikschulleiter überhaupt empört, dass sich die Musikschule im Projekt wiederfinde: „Mit mir ist darüber nie gesprochen worden, ich finde das befremdlich.“ Gemeinderat Alexander Atzl (Grüne) fand es ebenfalls befremdlich, wo doch gerade das Blaulichtzentrum mit Musikschule an anderer Stelle vom Gemeinderat beschlossen worden war. Ekkehard Wieser, Gemeinderat der FWL, bemängelte, dass ein geplantes Haus auf der Servitutsfläche der Stadt stehen würde. „Wir können die 3000 Quadratmeter ja in den 3700 Quadratmeter großen Park einfließen lassen, aber wir sind hier ganz offen“, betonte Hinterhölzl. Generell fühlten sich die meisten Gemeinderäte zu wenig umfassend informiert.

Bürgermeisterin Hedi Wechner (SPÖ) versuchte zu beruhigen: „Es sind keine vollendeten Tatsachen, sondern es ist nur ein Angebot.“ Jetzt sollen die Ausschüsse vorberaten.

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