Natur

Start frei für Felix und Kilian

Bald werden sie ihre Kreise ziehen, die beiden jungen Bartgeier, die gestern vor den Augen vieler Naturliebhaber im Debanttal ausgewildert wurden. Es war die mittlerweile fünfte Freilassung der imposanten Greifer in Osttirol.

Von Claudia Funder

Nußdorf-Debant –Zwei Tage vor der EU-Wahl wurden zwei Europäer in die Freiheit entlassen: Die beiden Bartgeiermännchen, die bald ihre ersten Flugversuche starten werden, stammen aus Zuchten in Spanien und Tschechien. Ab sofort sind sie waschechte Osttiroler, denn gestern wurden die Greifvögel unter großer Aufmerksamkeit im Bereich der Hofalm im Debanttal freigelassen. Bis sie die Umgebung aus der Vogelperspektive erkunden können, dauert es noch einige Wochen, denn sie sind noch nicht flügge. Das gefiederte Duo fand vorerst in einem Horst ihr neues Zuhause.

Es war einst eine Rufmordkampagne, die dem als „Knochenbrecher“ bezeichneten Vogel fast zum Verhängnis geworden wäre. Das zu Unrecht erworbene Image einer „Bestie“ hat den Aasfresser Anfang des 20. Jahrhunderts wegen der Verfolgung durch den Menschen quasi ausgerottet. Ein bemerkenswertes Artenschutzprojekt, das zu den erfolgreichsten weltweit zählt, hat zum Aufbau einer stabilen Population beigetragen. 28 Jahre ist es her, dass im Nationalpark Tauern erstmals Bartgeier freigelassen wurden – in Salzburg. 1994 war die Premiere in Tirol.

Zur mittlerweile 5. Bartgeierfreilassung in Osttirol war auch LHStv. Ingrid Felipe angereist, die erklärte, dass Nationalparks Impulsgeber für die Wiederansiedelung ausgestorbener Arten wie des Bartgeiers sind. Und sie betonte: „Naturschutz und Freiheit sind mir wichtig.“

Bis Felix und Kilian versiert die Schwingen heben, lädt die Beobachtungsstation vor Ort ein, die Entwicklung der Geier im Horst mitzuverfolgen und vielleicht sogar erste Flugversuche zu erleben.

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Catharina Oblasser

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