Bonität Spaniens und Griechenlands steigt nach Reformen

Madrid (APA/Reuters) - Reform-Fortschritte machen die Euro-Sorgenkinder Spanien und Griechenland als Schuldner wieder attraktiver. Die Ratin...

Madrid (APA/Reuters) - Reform-Fortschritte machen die Euro-Sorgenkinder Spanien und Griechenland als Schuldner wieder attraktiver. Die Ratingagentur Standard & Poor‘s (S&P) bescheinigte Spanien am Freitag eine bessere Kreditwürdigkeit und Fitch stufte Griechenland höher. Der Türkei wiederum droht S&P weiter mit einer Abstufung. Erneuerte Ratings gab es für die Schweiz und die Niederlande.

Wegen besserer Konjunkturaussichten bewertete S&P die Kreditwürdigkeit Spaniens höher. Sie stieg um eine Stufe auf „BBB“. Diese Note steht für ein geringes bis mittleres Ausfallrisiko spanischer Anleihen. Das Land entfernt sich damit einen kleinen Schritt weiter vom sogenannten Ramsch-Status, der Anlagen als riskant kennzeichnet.

Die Rating-Agentur Fitch hob unterdessen die Note Griechenlands auf „B“ von zuvor „B-“ an, womit dessen Schuldpapiere jedoch weiter als spekulative Anlage gelten. Beide Südländer müssen vorerst nicht damit rechnen, dass die Bonitätswächter den Daumen senken: Der Ausblick sei jeweils stabil, hieß es.

Der Türkei droht S&P weiter mit einer Herabstufung. Die Bonitätsnote wird zwar mit „BB+“ bestätigt. Der Ausblick für das Rating ist aber weiter „negativ“. Die Schweiz bleibt für S&P hingegen eine Musterschülerin. Die US-Agentur bestätigte am Freitag die Bestnote „AAA“ mit stabilem Ausblick. Den Niederlanden wiederum bestätigte S&P das zweitbeste Rating „AA+“. Der Ausblick bleibt stabil. Damit hat Holland bei S&P weiterhin das gleiche Rating wie auch Österreich.

Zu Spanien erklärte S&P, dass die Struktur- und Arbeitsmarktreformen die Wachstumsaussichten erhöhten. Das iberische Land hat erst 2013 die jahrelange Rezession überwunden und peilt 2014 ein Wachstum von 1,2 Prozent an. S&P erwartet, dass die spanische Wirtschaft bis 2016 jährlich um durchschnittlich 1,6 Prozent wachsen wird. Doch der Arbeitsmarkt bleibt die Achillesferse: Die Arbeitslosenquote ist trotz aller Reformen noch immer eine der höchsten in der Europäischen Union.

S&P ist bereits die dritte Ratingagentur, die Spanien in den vergangenen Monaten eine bessere Bonität bescheinigte. Dies dürfte sich für das Land in barer Münze bemerkbar machen: Der Appetit der Anleger auf spanische Anleihen wird damit weiter angeregt, was tendenziell mit sinkenden Kosten bei der Schuldenaufnahme verbunden ist. Dahinter steht die sinkende Furcht der Investoren, dass die Eurozone auseinanderbrechen könnte.

Davon profitiert auch das von IWF und EU-Staaten vor der Pleite gerettete Griechenland, das sich bereits auf eine schrittweise Rückkehr an den Kapitalmarkt vorbereitet. Fitch nannte als Begründung für die gestiegene Bonität des Ägäis-Landes die verbesserte Haushaltslage. Die EU-Kommission hatte der Regierung in Athen bescheinigt, 2013 und damit früher als geplant im Kernbereich des Staatshaushalts schwarze Zahlen geschrieben zu haben. Dabei geht es um den sogenannten Primärüberschuss im Haushalt, bei dem Zinszahlungen ausgeklammert werden. Das Land hatte am Kapitalmarkt zuletzt ein glänzendes Comeback gefeiert. Mit der ersten Anleihe seit Beginn der Schuldenkrise 2010 traf Griechenland auf großes Interesse der Anleger.