Fünf Attentäter bei Anschlag in Chinas Unruheregion getötet

Ürümqi (APA/dpa) - Beim Terroranschlag mit 31 Toten und 94 Verletzten in der Unruheregion Xinjiang in Nordwestchina sind auch fünf Attentäte...

Ürümqi (APA/dpa) - Beim Terroranschlag mit 31 Toten und 94 Verletzten in der Unruheregion Xinjiang in Nordwestchina sind auch fünf Attentäter ums Leben gekommen. Wie die chinesische Zeitung „Huanqiu Shibao“ am Freitag berichtete, wird nach möglichen flüchtigen Mittätern gefahndet. Der „schwere Terrorakt“, wie ihn chinesische Behörden beschreiben, stieß in China und weltweit auf heftige Empörung.

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon verurteilte den Anschlag scharf. Es gebe keine Rechtfertigung für die Tötung von Zivilisten.

In China wurde die Berichterstattung über den Anschlag am Freitag stark eingeschränkt. Zeitungen waren angehalten, ausschließlich Berichte der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua zu übernehmen. Der Bericht von „Huanqiu Shibao“ wurde nach wenigen Stunden gelöscht und auch Artikel anderer Medien, die auf „Huanqiu Shibao“ verwiesen, waren nicht mehr zu finden.

Die Attacke in Ürümqi unterscheidet sich von anderen blutigen Zwischenfällen in der Region der vergangenen Jahre. In großem Umfang setzten die Angreifer Sprengstoff gegen ahnungslose Passanten ein. „Die meiste Gewalt im südlichen Xinjiang war bisher gegen chinesische Polizei und Soldaten gerichtet“, schrieb die US-Denkfabrik Stratfor in einer Analyse. Die Hintermänner vermutet Stratfor bei der Turkistan Islamic Party.

Den brutalen Anschlag in Ürümqi wertet Stratfor als einen Hinweis auf eine neue Strategie von Terroristen in China. „Das deutet auf eine Entwicklung der Geschwindigkeit und der Methoden der Turkistan Islamic Party“, heißt es weiter in der Analyse. Die TIP gilt als Nachfolgeorganisation des Eastern Turkestan Islamic Movement, das die US-Regierung 2001 und später auch die Vereinten Nationen als Terrororganisation eingestuft haben.

Wie „Huanqiu Shibao“ unter Hinweis auf Ermittler berichtete, waren vier Autos beteiligt gewesen, von denen zwei ausbrannten. Eines der beiden flüchtigen Fahrzeuge sei den Fahndern ins Netz gegangen, berichtete das Blatt, ohne auf möglicherweise festgenommene Insassen einzugehen. Der Bericht wurde zunächst von anderen Staatsmedien zitiert, später aber wieder von der Webseite der Zeitung genommen. Der Grund wurde nicht bekannt. Unklar war ferner, ob die toten Attentäter in den bisherigen Opferzahlen mitgerechnet waren.

Auch die Identität der Täter wurde nicht genannt. Bei dem Anschlag waren die Angreifer mit zwei Geländewagen auf einen morgendlichen Straßenmarkt gefahren, hatten Menschen überrollt und Sprengsätze gezündet. Beide Jeeps explodierten schließlich. Wegen der Spannungen zwischen den muslimischen Uiguren und den Han-Chinesen gilt Xinjiang schon lange als Unruheherd. Das Turkvolk fühlt sich wirtschaftlich, politisch und kulturell von den herrschenden Chinesen unterdrückt. Chinas Behörden werfen uigurischen Separatisten Terrorismus vor.