UN kritisieren Umgang des Vatikans mit Missbrauchsopfern

Genf/Vatikanstadt/New York (APA/dpa) - Die Vereinten Nationen sehen noch erhebliche Mängel beim Umgang des Vatikans mit Fällen von Kindesmis...

Genf/Vatikanstadt/New York (APA/dpa) - Die Vereinten Nationen sehen noch erhebliche Mängel beim Umgang des Vatikans mit Fällen von Kindesmissbrauch. Die katholische Kirche müsse sicherstellen, dass Missbrauchsfälle lückenlos den Behörden gemeldet würden, forderte der UN-Ausschuss zur Bekämpfung von Folter am Freitag in Genf. Die UN seien besorgt über Berichte, dass katholische Geistliche die Meldepflicht nicht ernst nähmen.

Es sei obendrein dafür zu sorgen, dass sich Opfer vertrauensvoll an ein unabhängiges Gremium wenden könnten. Auch bei der vollen Entschädigung der Opfer müsse noch mehr getan werden, heißt es in dem UN-Bericht. Grundsätzlich sei der Wille des Vatikans aber anzuerkennen, die Missbrauchsfälle aufzuarbeiten.

Nach jüngst veröffentlichten Zahlen hat der Vatikan zwischen 2004 und 2013 fast 3.500 Fälle von Missbrauchsvorwürfen verfolgt. Dabei wurden 848 Priester ihres Amtes enthoben und 2572 zu einem zurückgezogenen Leben gedrängt.