Papst im Heiligen Land - Pilgerreise in eine Konfliktregion

Rom/Jerusalem (APA/dpa) - Papst Franziskus beginnt an diesem Samstag eine dreitägige Pilgerreise in das von Konflikten geprägte Heilige Land...

Rom/Jerusalem (APA/dpa) - Papst Franziskus beginnt an diesem Samstag eine dreitägige Pilgerreise in das von Konflikten geprägte Heilige Land. Sie beginnt in Jordanien und führt ihn bis Montag über die Palästinensergebiete bis nach Israel.

Die Erwartungen an den Besuch sind groß und gegensätzlich, das Programm dicht gedrängt und die Sicherheitsvorkehrungen immens. Allein in Israel werden mehr als 8.000 Polizisten zum Schutz des Pontifex im Einsatz sein.

Israels Tourismusminister Uzi Landau hofft auf einen Imagegewinn für sein Land, das wegen der Siedlungs- und Besatzungspolitik zunehmend in der Kritik steht. Die Palästinenser sehen den Papstbesuch hingegen als Bestärkung ihres Kampfes um einen eigenen Staat. Und die unter Druck stehenden christlichen Gemeinden vor Ort wünschen sich vor allem Zuspruch und Beistand des Kirchenführers.

Der Argentinier baute deshalb schon einmal vor: „Ausschließlich religiöse Bedeutung“ habe die Reise, betonte er bei der Generalaudienz. Wichtigstes Ziel sei, an den historischen Besuch seines Vorgängers Paul VI. vor 50 Jahren zu erinnern. Aber der Zwietracht zwischen Israel und den Palästinensern und arabischen Nachbarn wird sich Franziskus kaum entziehen können.

Besucht Franziskus die mögliche Taufstätte Jesu am Ostufer des Jordan-Flusses in Jordanien, vergrätzt er damit die Israelis, die „ihre“ Taufstelle am anderen Ufer für die einzig wahre halten. Legt der Papst einen Kranz am Grab von Theodor Herzl nieder, dem Begründer des modernen Zionismus, erzürnt er die Palästinenser.

Weniger kontrovers ist etwa die ökumenische Begegnung mit dem Patriarchen von Konstantinopel, Bartholomaios I., und Vertretern anderer christlicher Kirchen in der Grabeskirche in Jerusalem. Noch in Jordanien ist auch ein Treffen mit Flüchtlingen aus dem Bürgerkriegsland Syrien vorgesehen. Kurz vor dem Ende seiner Reise besucht der Papst am Montag die Holocaustgedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem.