Waffennarr erneut wegen Besitzes von Kriegsmaterial vor Gericht

Klagenfurt (APA) - Ein 58 Jahre alter gebürtiger Deutscher, der in Kärnten lebt, ist am Freitag im Klagenfurter Landesgericht wegen unerlaub...

Klagenfurt (APA) - Ein 58 Jahre alter gebürtiger Deutscher, der in Kärnten lebt, ist am Freitag im Klagenfurter Landesgericht wegen unerlaubten Besitzes von Kriegsmaterial schuldig gesprochen worden. Haftstrafe bekam er keine, weil er in der Causa schon in Deutschland zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden war, die das Strafmaß in Österreich übersteigt. Der Spruch ist nicht rechtskräftig.

Aufgeflogen war der Fall 2009 nach einem Tipp der deutschen Behörden. Die Kärntner Polizei stieß bei Hausdurchsuchungen im Bezirk Klagenfurt-Land auf ein Arsenal von Waffen - mehr als 600 Stück hieß es damals. Sie fanden Maschinengewehre und -pistolen, Sturmgewehre verschiedener Fabrikate, Pistolen, Revolver, aber auch Handgranaten und Gewehrgranaten. Dazu hatte der Verdächtige vermeintliche Kriegsmaterial-Teile und kistenweise Waffenteile, von Läufen bis Verschlüssen, gehortet. Auch Sprengmittel und Zündschnüre sowie mehrere 1.000 Schuss Munition wurden beschlagnahmt.

Ein erster Schuldspruch im Jahr 2011 in Klagenfurt wurde von der Instanz teilweise in einen Freispruch verwandelt, teilweise an das Gericht in Klagenfurt zurückverwiesen. Wäre dieser erste Schuldspruch rechtskräftig geworden, hätte man das beschlagnahmte Material vernichtet. Am Freitag gab es nun erneut einen Schuldspruch. Von einem Arsenal an Kriegsmaterial konnte aber keine Rede mehr sein. Übrig geblieben sind im aktuellen Urteil eine „Mauser Panzerbüchse 1918“ und mehrere Handgranaten.

In der Verhandlung wurde in erster Linie ein Gutachten über die Qualifikation der Teile als „Kriegsmaterial“ erörtert. Der Verteidiger argumentierte, dass bei den Granaten lediglich ein Teil des Zünders vorhanden war und die Panzerbüchse, für die heute ohnehin keine Munition mehr zu bekommen sei, keine höhere Durchschlagskraft besitze. Er forderte einen Freispruch. Der Sachverständige qualifizierte die Büchse und die Handgranaten sehr wohl als Kriegsmaterial.

Richter Dietmar Wassertheurer folgte der Beurteilung des Sachverständigen: „Auch Teile von Zündern sind Kriegsmaterial.“ Und die Panzerbüchse als Waffe sei Kriegsmaterial. Der Richter verfügte deren Einziehung. Die Verteidigung erbat sich drei Tage Bedenkzeit, der Staatsanwalt gab keine Erklärung ab.