Sorgen in Italien wegen zunehmender Geschäftsschließungen

Rom (APA) - Italien droht eine Verwüstung der Stadtzentren. Dutzende Shops und Lokale schließen täglich. Im Würgegriff der Krise streichen i...

Rom (APA) - Italien droht eine Verwüstung der Stadtzentren. Dutzende Shops und Lokale schließen täglich. Im Würgegriff der Krise streichen immer mehr Kaufleute die Segel und schließen ihre Läden. Allein seit Anfang 2014 wurden 20.297 Geschäfte geschlossen, das sind 166 pro Tag, berichtete der italienische Kaufleuteverband Confesercenti. Lediglich 9.352 wurden in der selben Zeitspanne geöffnet.

Die Konsumkrise belastet vor allem den Lebensmittelhandel. In diesem Bereich wurden seit Jahresbeginn 2.789 Shops geschlossen. Im selben Zeitraum schlossen 4.961 Modegeschäfte, lediglich 2.034 Neueröffnungen wurden gemeldet, berichtete Confesercenti. Der Verband klagt, dass im Handel in sechs Jahren 1,6 Millionen Jobs verloren gegangen sind.

Italiens Kaufleute warnen zudem vor einer akuter Deflationsgefahr. Sie forderten von der Regierung Maßnahmen zur Ankurbelung der Kaufkraft der italienischen Familien. Der Verband kritisierte, dass die illegale Wirtschaft in Italien 11 Prozent des BIP ausmache und 174 Mrd. Euro generiere. Die Steuerlast sei außerdem in Italien unerträglich und beeinträchtige die Kaufkraft der Familien.