Graz will bei Öffi-Ausbau mehr Unterstützung von Bund und Land

Graz/Wien (APA) - In seltener Einigkeit sind am Freitag die Grazer Regierungsparteien gemeinsam aufgetreten, um Bund und Land für den Ausbau...

Graz/Wien (APA) - In seltener Einigkeit sind am Freitag die Grazer Regierungsparteien gemeinsam aufgetreten, um Bund und Land für den Ausbau des öffentlichen Verkehrs in die Pflicht zu nehmen. Die wachsenden Ballungsräume dürften bei der Finanzierung nicht allein gelassen werden, so der Tenor.

Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP) sprach von einem „Hilferuf“. Die „Bittsteller-Rolle“ gehörte geändert und ein gemeinsam neues Finanzierungsmodell entwickelt. Laut Bürgermeisterstellvertreterin Martina Schröck (SPÖ) wolle man sich die Benachteiligung nicht länger gefallen lassen: „Der Bund darf nicht länger auf dem Bundesländerauge blind sein. Der Ballungsraum Graz schaut seit Jahren durch die Finger, während Wien den Öffentlichen Verkehrs massiv ausbaut und vom Bund unterstützt wird.“ Mitunterschrieben haben die Note auch Grüne, FPÖ und KPÖ.

Die Öffis befördern in Graz 105,6 Mio. Fahrgäste im Jahr (2013) und kosten 99,4 Mio. Euro, wovon rund 45 Prozent über Einnahmen gedeckt werden. 39,2 Prozent schießt die Stadt zu, 5,5 Prozent das Land und 3,7 Prozent der Bund. Die Infrastrukturmaßnahmen der vergangenen zehn Jahre in der Höhe von rund 430 Mio. Euro wurden zu 90 Prozent durch die Stadt und nur zu geringen Anteilen von Land (7,5 Prozent) und ÖBB bzw. Bund (2,5 Prozent) getragen.