Ausreiseverbot für prominenten Kritiker des ägyptischen Militärs

Kairo (APA/AFP) - Ein bekannter ägyptischer Journalist und Kritiker des militärisch erzwungenen Machtwechsels in Kairo ist mit einem Ausreis...

Kairo (APA/AFP) - Ein bekannter ägyptischer Journalist und Kritiker des militärisch erzwungenen Machtwechsels in Kairo ist mit einem Ausreiseverbot belegt worden. Kolumnist Fahmy Howeidy, der für die im arabischen Sprachraum weitverbreitete Zeitung „Al-Shuruk“ schreibt, stehe seit Freitag auf einer schwarzen Liste. Demnach wurde er am Freitag daran gehindert, ein Flugzeug nach Spanien zu besteigen.

Howeidy sagte, Beamte des Flughafens von Kairo hätten ihm gesagt, dass er auf einer entsprechenden Liste stehe. Für das unabhängige Blatt „Al-Shuruk“ hatte Howeidy den Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi durch das Militär im vergangenen Juli kritisiert. Damals setzte die Armeeführung den ersten frei gewählten Staatschef Ägyptens nach massiven Volksprotesten ab und installierte eine Übergangsregierung. Gegen Mursis Muslimbruderschaft und ihre Anhänger wurde mit eiserner Härte vorgegangen.

Vor der Präsidentschaftswahl Anfang am Montag und Dienstag kommender Woche befürchten internationale Bürgerrechtler, dass der haushoch favorisierte Ex-Armeechef Abdel Fatah al-Sisi im Falle eines Siegs die bürgerlichen Freiheiten einschränken könnte. Der ehemalige Verteidigungsminister und Vizeregierungschef schwimmt seit dem Sturz Mursis auf einer Welle der Popularität. Sein Rivale, der Linkspolitiker Hamdeen Sabbahi, muss hingegen mit einem bescheidenen Wahlergebnis rechnen.