EU-Wahl - Europafeindliche britische UKIP feiert Kommunalwahl-Triumph

London (APA/AFP) - Die europafeindliche britische Partei UKIP hat bei den Kommunalwahlen in England und Nordirland als drittstärkste Kraft m...

London (APA/AFP) - Die europafeindliche britische Partei UKIP hat bei den Kommunalwahlen in England und Nordirland als drittstärkste Kraft mehr als 150 Sitze erhalten und damit ihr bisher bestes Resultat eingefahren. Laut Teilergebnissen, die am Freitagabend veröffentlicht wurden, steigerte die United Kingdom Independence Party (UKIP) die Zahl ihrer Mandate in den zu wählenden Räten von insgesamt zwei auf 152.

Eine Mehrheit erreichte die Partei zwar in keiner Gemeinde, doch das gute Abschneiden könnte auch auf einen Triumph bei der Europawahl hindeuten. Die Kommunalwahlen hatten am Donnerstag parallel zur Europawahl stattgefunden. Das Ergebnis der Europawahl in Großbritannien wird aber erst am Sonntag verkündet, nachdem in allen EU-Staaten gewählt worden ist.

Der UKIP-Vorsitzende Nigel Farage feierte den Erfolg in den Kommunen als gutes Omen für einen möglichen Einzug seiner Partei ins britische Unterhaus bei der Parlamentswahl im kommenden Jahr. „Der UKIP-Fuchs ist im Hühnerstall von Westminster“, sagte er in Anspielung auf den Parlamentssitz in London. „Wir sind ernst zu nehmende Mitspieler. Über den Sommer werden wir gezielt Wahlkreise aussuchen und dort alles geben.“

Die UKIP landete bei den Kommunalwahlen laut den Teilergebnissen mit 17 Prozent der Stimmen auf dem dritten Platz. Stärkste Kraft wurde demnach die Labour-Partei mit rund 31 Prozent vor den Konservativen von Premierminister David Cameron, die auf 29 Prozent kamen. Die mitregierenden Liberaldemokraten erhielten 13 Prozent.

Obwohl seine Partei 190 Sitze verlor, gab sich Cameron zuversichtlich, dass die Tories bei der Parlamentswahl stärkste Kraft würden. Er räumte aber ein, dass viele Bürger von den traditionellen Parteien enttäuscht seien. „Die Wirtschaft wächst, wir schaffen Arbeitsplätze, aber wir müssen härter arbeiten.“ Cameron steht unter dem Druck von Europaskeptikern in seiner Partei. Er hat versprochen, die Briten im Jahr 2017 in einem Referendum über die britische EU-Mitgliedschaft zu befragen - nicht zuletzt, um der UKIP europakritische Wähler auszuspannen.

Labour gewann zwar 272 Ratssitze hinzu, blieb aber dennoch hinter den Erwartungen zurück. Der Labour-Vorsitzende Ed Miliband wies den Vorwurf der Führungsschwäche zurück und sagte, in vielen Landesteilen hätten die Menschen ihren politischen Unmut eben durch die Wahl der UKIP zum Ausdruck gebracht.