Religion

Erster serbisch-orthodoxer Bischof, Kurz lädt zum Dialog

Bischof Andrej leitet künftig Diözese Österreich-Schweiz mit Sitz in Wien. Unterdessen lädt Sebastian Kurz zum Dialog aller Religionen.

Wien/Bern/Belgrad – Die Bischofsvollversammlung der Serbischen Orthodoxen Kirche hat am Freitag den bisherigen Bischof von Remesiana und Vikar des serbischen Patriarchen Irinej, Andrej (Cilerdzic), zum ersten Bischof der Diözese von Österreich-Schweiz gewählt. Das hat der Orthodoxe Informationsdienst laut Kathpress am Samstag bekannt gegeben.

Bischof Andrej wurde 1961 in Osnabrück in Deutschland geboren. Nach dem Abitur in Düsseldorf studierte er an der Theologischen Fakultät der Serbischen Orthodoxen Kirche in Belgrad und legte 1987 im Decani Kloster in Kosovo sein Mönchsgelübde an. 1990 empfing er die Priesterweihe. 2011 wurde er zum Weihbischof des serbischen Patriarchen gewählt, mit dem Titel Bischof von Remesiana.

16 serbische Kirchen in Österreich

Bis 2011 gehörten die serbisch-orthodoxen Kirchengemeinden in Österreich zur Diözese für Mitteleuropa (Deutschland, Österreich und Schweiz). Dann wurden Österreich und die Schweiz ausgegliedert und als eigene Diözese errichtet. Die serbische Kirche hat auf dem Gebiet von Österreich 16 Kirchen, von denen drei in Wien sind. Insgesamt werden die Serben, deren Zahl auf 200.000 bis 300.000 in ganz Österreich geschätzt wird, von 20 Priestern pastoral betreut. Die Diözese unterliegt kirchenrechtlich dem Patriarchat von Belgrad.

Kurz lädt zum Dialog der Religionen

Integrationsminister Sebastian Kurz (ÖVP) lädt am Dienstag zum „Dialog der Religionen“ ins Außenministerium. Vertreter aller 16 anerkannten Religionsgemeinschaften wurden eingeladen, die meisten - darunter die Vertreter der größten - haben ihr Kommen zugesagt. Kurz will Religion damit zum Teil der Lösung statt zum Teil des Problems im Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft machen.

Bereits fix zugesagt haben u.a. Kardinal Christoph Schönborn (katholische Kirche), Präsident Oskar Deutsch (Israelitische Kultusgemeinde), Präsident Fuat Sanac (Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich), Bischof Michael Bünker (evangelisch-lutherische Kirche) sowie Metropolit Arsenios Kardamakis (griechisch-orthodoxe Kirche). Im Integrationsministerium hofft man, dass alle 16 eingeladenen Religionsvertreter kommen.

Am Dienstag soll der Auftakt für einen Dialogprozess gesetzt werden, wurde im Ministerium erklärt. Schwerpunkt werde die Religionsfreiheit sein. Anlass sei, dass Schwierigkeiten im Zusammenleben oftmals auf Religionskonflikte zurückgeführt würden. Dies zu ignorieren, sei falsch. Denn 85 Prozent der in Österreich lebenden Menschen würden sich zu einer Religion bekennen und 90 Prozent angeben, an etwas „über dieses Leben hinaus zu glauben“. (APA)

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