Ukraine - Krise lässt sich laut Merkel nur über Gespräche lösen

Berlin/Kiew (APA/Reuters) - Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel will eine gewaltsame Zuspitzung des Ukraine-Konflikts mit allen Mitte...

Berlin/Kiew (APA/Reuters) - Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel will eine gewaltsame Zuspitzung des Ukraine-Konflikts mit allen Mitteln verhindern. „Ich arbeite dafür, dass genau das nicht passiert“, erklärte Merkel am Samstag in ihrer wöchentlichen Video-Botschaft. Dieses Ziel verfolge auch die EU.

Aus dem Ersten Weltkrieg, dessen Beginn sich in diesem Jahr zum 100. Mal jährt, zog sie über den Ukraine-Konflikt hinausreichend die Lehre: „Dann lieber 20 Stunden länger verhandeln und sprechen, aber nie wieder in eine solche Situation in der Mitte Europas kommen.“ Mit aller Kraft müsse verhindert werden, dass es wieder zu Kriegen komme.

Merkel warf Russland vor, mit der Eingliederung der Krim - sie sprach von einer Annexion der Halbinsel - die territoriale Integrität der Ukraine verletzt zu haben. Damit habe der russische Präsident Wladimir Putin einen Eckpfeiler der europäischen Nachkriegsordnung erschüttert. „Aber wir müssen die Meinungsverschiedenheiten durch Gespräche überwinden“, unterstrich sie. Die Krise zeige, dass „für das Friedenswerk Europa“ jede Generation arbeiten müsse.

Nach dem Sturz des prorussischen Präsidenten Viktor Janukowitsch Ende Februar wählt die Bevölkerung in der Ukraine am Sonntag ein neues Staatsoberhaupt. Als Favorit gilt der Süßwaren-Fabrikant Petro Poroschenko, einer der reichsten Männer des Landes. Unter seinen Konkurrenten sind unter anderem die frühere Regierungschefin Julia Timoschenko. Putin hatte jüngst signalisiert, dass er mit der neuen Regierung der Ukraine bereit sein könnte zusammenzuarbeiten. Bis zuletzt dauerten aber die gewaltsamen Auseinandersetzungen in der Ostukraine zwischen prorussischen Separatisten und Einsatzkräften der Zentralregierung in Kiew an.