Ägäis

Schweres Seebeben in der Ägäis: Panik auf Inseln und an der Küste

(Symbolfoto)
© APA/GEORG HOCHMUTH

Menschen rennen auf die Straße, Scheiben bersten, Gebäude bröckeln: Ein schweres Beben hat in der Ägäis Inseln und Küstengebiete erschüttert. Zu spüren war es noch in Athen und Istanbul.

Athen - Ein schweres Beben hat am Samstagmittag die gesamte Ägäis sowie große Teile des östlichen Mittelmeeres und der Balkanhalbinsel erschüttert. Der Erdstoß war auch in Athen und Istanbul sowie in Bulgarien und bis hin nach Zypern zu spüren. Das Beben wurde vom Institut für Geodynamik in Athen mit einer Stärke von 6,5 registriert. Andere Institute gaben einen Wert von 6,8 bis 6,9 an. Einige Menschen wurden verletzt, größere Schäden wurden zunächst nicht gemeldet.

Mehr als 250 Verletzte in der Türkei

Tausende Menschen waren nach Augenzeugenberichten allein auf den griechischen Inseln Limnos, Samothraki und Thassos sowie der türkischen Insel Gökceada auf die Straßen gerannt. Dem ersten Stoß folgten mehrere Nachbeben. Im Nordwesten der Türkei wurden mehr als 250 Menschen verletzt, viele von ihnen bei den Fluchtversuchen. Deutlich zu spüren war das Beben unter anderem in den Städten Çanakkale, Kesan und Soma. Videoaufnahmen zeigten schreiend auf offene Plätze zurennende Menschen. Den Angaben zufolge verursachte der Erdstoß kleinere Schäden, aber keine Verwüstungen. Auch ein Krankenhaus sei leicht beschädigt worden.

Das Zentrum des Seebebens lag einige Kilometer unter dem Meeresboden zwischen den griechischen Inseln Limnos und Samothraki im Ägäischen Meer, teilte das Athener Institut mit. Etliche Fensterscheiben seien auf den Eilanden zerborsten, berichteten Medien. Auf Limnos seien zwei alte, unbewohnte Häuser eingestürzt, an weiteren gebe es leichte Risse. Einsturzgefahr bestehe aber nicht, sagte der Bürgermeister von Limnos, Antonis Chatzidiamantis, im staatlichen griechischen Fernsehen. „Andere schlimmere Schäden haben wir nicht“, sagte er.

„Die ganze Insel schien hoch und runter zu gehen“

„Die ganze Insel schien hoch und runter zu gehen. Wir sind in Panik geraten“, erzählte der auf Limnos lebende Kardiologe Giorgos Kalogiannis der Nachrichtenagentur dpa. Eine Frau sei leicht verletzt ins Krankenhaus gekommen. Wie griechische Medien berichteten, stammt die Frau aus England und wurde im Flughafen der Insel Limnos von herabfallenden Deckenteilen getroffen.

Kostas Papazachos vom Seismologischen Institut der Universität der Hafenstadt Thessaloniki sagte im griechischen Fernsehen, dass es in der Region schon mehrfach Seebeben dieser Stärke gegeben habe. „Es könnte mehrere Nachbeben mit großer Stärke geben.“ In das Gebiet hinein erstreckt sich die sogenannte Nordanatolische Verwerfung zwischen der Anatolischen Kontinentalplatte und der Eurasischen Platte. (dpa/AFP, tt.com)

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