Ukraine: Für Medwedew Verhältnis zu Kiew auch nach Wahl gespannt

Moskau/Kiew (APA/dpa) - Der russische Regierungschef Dmitri Medwedew rechnet auch nach der Präsidentenwahl an diesem Sonntag in der Ukraine ...

Moskau/Kiew (APA/dpa) - Der russische Regierungschef Dmitri Medwedew rechnet auch nach der Präsidentenwahl an diesem Sonntag in der Ukraine nicht mit einer schnellen Normalisierung der bilateralen Beziehungen. „Erst einmal ist es notwendig, dass sich die Lage dort politisch stabilisiert und das Land zu einer modernen Entwicklung zurückkehrt“, sagte Medwedew am Samstag nach Angaben der Agentur Interfax in Moskau.

Insbesondere die Wirtschaft der früheren Sowjetrepublik sei in einem „beklagenswerten“ Zustand. „Wir wollen Geduld haben mit den Ukrainern, die uns als Volk sehr nahe sind“, betonte Medwedew.

Im Streit um unbezahlte Gasrechnungen forderte Medwedew die Führung in Kiew mit Nachdruck auf, die Schulden zu tilgen. „Es kann nicht sein, dass die Ukraine nur Geld überweisen will, wenn wir den Gaspreis senken - das ist schlicht frech und nahezu Erpressung“, kritisierte der Ex-Kremlchef. Die Ukraine müsse Verträge einhalten.

Russland fordert 3,5 Milliarden US-Dollar (rund 2,6 Mrd. Euro) für Gaslieferungen. Die Führung in Kiew spricht von einem „politischen Preis“. Der Gazprom-Konzern droht wegen der Schulden, ab dem 3. Juni um 8.00 Uhr MESZ kein Gas mehr in die Ukraine zu pumpen. Dies könnte auch den Westen treffen, denn die vor dem Staatsbankrott stehende Ukraine ist ein wichtiges Transitland für russisches Gas.