Fußball: „Besser spät als nie“ - Liendl mit 28 im A-Team angekommen

Seefeld (APA) - Mit 28 Jahren hat es Michael Liendl zum ersten Mal ins österreichische Fußball-Nationalteam geschafft. „Besser spät als nie“...

Seefeld (APA) - Mit 28 Jahren hat es Michael Liendl zum ersten Mal ins österreichische Fußball-Nationalteam geschafft. „Besser spät als nie“, meinte der Mittelfeldspieler vom deutschen Zweitligisten Fortuna Düsseldorf am Samstag in Seefeld in Tirol. Dort will sich Liendl in den kommenden Tagen bei Teamchef Marcel Koller für Einsätze in den beiden Test-Länderspielen gegen Island und Tschechien empfehlen.

Das Pech von ÖFB-Superstar David Alaba war das Glück Liendls. Da sich Alaba einen Muskelfaserriss in der Bauchdecke zuzog, hat Koller den Steirer nachnominiert. „Für David ist es natürlich bitter, so einen Klassespieler will man immer gerne dabei haben. Andererseits bin ich sehr froh, dass ich die Chance gekriegt habe. Jetzt will ich mich so gut wie möglich präsentieren.“

Einen etwaigen Urlaub musste Liendl nicht stornieren. „Ein bisschen hab ich damit ja spekuliert, ich hab deshalb nichts Großes geplant gehabt. Man weiß ja nie, was passiert.“ Schließlich hat Liendl seit seinem Wechsel Ende Jänner 2014 vom Wolfsberger AC nach Deutschland Düsseldorf im Sturm erobert. Bei 15 Einsätzen brachte es Liendl auf drei Tore und sieben Assists, mit ihm war die Fortuna in der Rückrunde das viertbeste Team der Liga. Der Aufstieg war jedoch bereits durch einen grottenschlechten Herbst verspielt worden.

Die Presse in Deutschland feierte Liendl in den vergangenen Wochen überschwänglich. „So einen Lenker hat Düsseldorf lange nicht gesehen“, war etwa Mitte April im „Express“ zu lesen gewesen. „Ich glaube, dass ich recht gut angekommen bin. Dann bin ich in einen klassischen Lauf gekommen“, meinte Liendl, dem die Eingliederung in Düsseldorf auch dank der Landsleute Erwin Hoffer und Christian Gartner recht leicht fiel. Zudem arbeitet mit Helmut Schulte ein Sportdirektor in Düsseldorf, der Liendl aus seiner Zeit bei Rapid hervorragend gekannt hat.

Liendl sieht sich als Musterbeispiel dafür, dass man den Absprung ins Ausland eben zum richtigen Zeitpunkt wagen soll. „Ich hatte in den vergangenen Jahren in Österreich konstant sehr gute Leistungen gezeigt. Dadurch hatte ich das Selbstvertrauen, das bei einem Transfer ins Ausland unbedingt vorhanden sein muss.“

Deutschland sei auch in Liga zwei eine andere Fußball-Welt. „Wir spielen jedes Heimmatch vor mehr als 30.000 Zuschauern. Es gibt nichts Schöneres.“ Das Ziel für die kommende Saison ist klar, man will es dem Lokalrivalen 1. FC Köln nachmachen und ins Oberhaus aufsteigen. „Der Verein, das Stadion, die Fans - das Potenzial ist natürlich da für den Aufstieg. Dafür brauchen wir aber eine perfekte Saison, das wissen wir.“

Dass schon im laufenden Sommer Angebote aus der ersten Bundesliga eintrudeln könnten, darüber will Liendl - zumindest öffentlich - keine Gedanken verschwenden. „Im bin momentan in Düsseldorf sehr, sehr zufrieden. Es läuft sehr und ich bin gut integriert. Alles andere wird man sehen.“