Erneut Mursi-Anhänger zu Haftstrafen verurteilt

Kairo (APA/AFP) - In Ägypten sind erneut Anhänger des gestürzten islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi zu Gefängnisstrafen verurteilt wo...

Kairo (APA/AFP) - In Ägypten sind erneut Anhänger des gestürzten islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi zu Gefängnisstrafen verurteilt worden. Nach Justizangaben verhängte ein Gericht am Samstag je fünf Jahre Haft gegen 19 Angeklagte. Sie hatten nach Überzeugung des Gerichts an einem Angriff auf die renommierte islamische Al-Ashar-Universität in Kairo im November teilgenommen.

Wegen Sachbeschädigung, Gewaltanwendung und Angriffen auf Beamte müssen sie zudem umgerechnet 2.200 Euro Strafe zahlen. Ein minderjähriger Angeklagter wurde den Angaben zufolge zu drei Jahren Jugendarrest verurteilt, ein Türke wurde freigesprochen.

Seit dem Sturz Mursis durch das Militär im Juli 2013 geht die Regierung in Kairo mit aller Härte gegen seine Anhänger vor. Hunderte von ihnen wurden in Schnellverfahren zum Tode verurteilt, mehr als 15.000 zu Haftstrafen. Bei der Niederschlagung der Proteste wurden bisher mehr als 1.400 Menschen getötet. Die Prozesse wurden international als Verstoß gegen die Grundsätze fairer Verfahrensführung kritisiert. Die vom Militär eingesetzte Militärregierung weist die Kritik zurück und betont, alle Urteile würden nach genauer Prüfung ergehen.

Die meisten Verfahren beziehen sich auf Proteste der Islamisten im vergangenen Sommer. Bei Straßenschlachten waren damals Hunderte Menschen getötet worden. Tausende Mursi-Anhänger wurden in der Folge inhaftiert, darunter die gesamte Führung der Muslimbruderschaft, die im Dezember verboten wurde.