EU-Wahl - Berlusconi bedauert nicht wählen zu dürfen

Mailand (APA) - Der wegen Steuerbetrugs verurteilte frühere italienische Regierungschef Silvio Berlusconi bedauert, nicht bei der Wahl für d...

Mailand (APA) - Der wegen Steuerbetrugs verurteilte frühere italienische Regierungschef Silvio Berlusconi bedauert, nicht bei der Wahl für das Europaparlament am Sonntag wählen zu können. „Es belastet mich stark, nach 20 Jahren Engagement für die Freiheit nicht wählen zu dürfen“, betonte der Chef der oppositionellen Partei Forza Italia am Samstag vor Journalisten.

Der 77-Jährige muss für mindestens zehneinhalb Monate einmal pro Woche vier Stunden lang in einem Seniorenheim arbeiten, um dadurch den strikteren Auflagen eines Hausarrests zu entgehen. Der Medienunternehmer war im vergangenen August wegen Steuervergehen zu vier Jahren Haft verurteilt worden, muss aber wegen seines hohen Alters nicht hinter Gitter, sondern lediglich Sozialdienst leisten. Mit der Strafe ist ein zweijähriges Amtsverbot verbunden, laut dem Berlusconi auch nicht wählen darf.

Obwohl er in seiner politischen Karriere gegen die Linke und zuletzt auch gegen die populistische Fünf Sterne-Bewegung um den Starkomiker Beppe Grillo gekämpft habe, dürfe er bei der EU-Wahl seine Stimme nicht abgeben. „Das ist für mich sehr belastend. Ich kann aber nicht mehr sagen, weil ich nicht frei sprechen kann“, sagte Berlusconi, nachdem er am Samstagvormittag im katholischen Sacra-Famiglia-Zentrum in Cesano Boscone bei Mailand zum dritten Mal seinen wöchentlichen Sozialdienst leistete.