Vor Ukraine-Wahl - Merkel spricht mit Putin und Hollande über Lage

Kiew (APA/dpa/Reuters) - Vor der Präsidentschaftswahl in der Ukraine hat sich die deutsche Kanzlerin Angela Merkel am Samstag in einem Telef...

Kiew (APA/dpa/Reuters) - Vor der Präsidentschaftswahl in der Ukraine hat sich die deutsche Kanzlerin Angela Merkel am Samstag in einem Telefonat mit den Präsidenten Russlands und Frankreichs über die Lage in dem Krisenland beraten. Die drei Politiker seien sich darin einig gewesen, dass die Wahlen möglichst in allen Landesteilen der Ukraine stattfinden und in einer friedlichen Atmosphäre ablaufen müssten.

Das teilten das Bundespresseamt, der Kreml und das französische Präsidentenamt am Samstagabend übereinstimmend mit. Wladimir Putin, Francois Hollande und Angela Merkel hätten sich besorgt über die weiterhin instabile Lage im Land geäußert.

„Sie teilen die Auffassung, dass die morgigen Präsidentschaftswahlen für die Stabilität der Ukraine von großer Bedeutung sind“, so der deutsche Regierungssprecher Steffen Seibert. Die Wahlen müssten möglichst in allen Landesteilen der Ukraine stattfinden und in einer friedlichen Atmosphäre ablaufen.

Nach französischen Angaben nahmen Hollande und Merkel die Ankündigung des russischen Präsidenten zur Kenntnis, wonach Russland die Entscheidung in der Ukraine „respektieren“ wolle. Die drei Gesprächspartner hätten darin übereingestimmt, dass die Energiegespräche zwischen der Ukraine, Russland und der EU-Kommission sobald wie möglich erfolgreich abgeschlossen werden sollen, hieß es in Berlin. Putin hatte zuvor mehrfach angekündigt, dass die Ukraine ab dem 1. Juni nur noch Gas auf Vorkasse geliefert bekomme, wenn es seine alten Schulden beim russischen Gaskonzern Gazprom nicht bezahle.

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) will am Montag bekannt geben, ob die Wahl in der Ukraine internationalen Standards entsprach. Sollte das Urteil positiv ausfallen, wäre die russische Anerkennung des Wahlergebnisses ein entscheidender Punkt, um die Verhängung von Wirtschaftssanktionen der EU und der USA gegen Russland abzuwenden.

Die USA und die EU hatten Russland in den vergangenen Wochen wiederholt neue Sanktionsschritte angedroht. Insbesondere wurde der Kreml davor gewarnt, sich an einer weiteren Destabilisierung der Ukraine zu beteiligen oder zum Scheitern der Wahl beizutragen. Westliche Staaten werfen Russland nach dem Griff nach der ukrainischen Halbinsel Krim auch vor, die Situation in der Ostukraine destabilisiert zu haben.