Fußball: Baumgartlingers EM-Plan: „Auswärts mehr auf den Endzweck“

Seefeld (APA) - Im Gegensatz zu zahlreichen Teamkollegen sind die Akkus von Julian Baumgartlinger am Saisonende noch randvoll. Der defensive...

Seefeld (APA) - Im Gegensatz zu zahlreichen Teamkollegen sind die Akkus von Julian Baumgartlinger am Saisonende noch randvoll. Der defensive Mittelfeldspieler vom deutschen Bundesligisten Mainz hat sich gerade von einer schweren Knieverletzung erholt und sprüht im Teamcamp der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft in Seefeld in Tirol vor Tatendrang.

„Ich bin topfit und habe mich riesig gefreut, als der Teamchef angerufen und mir mitgeteilt hat, dass ich dabei bin“, berichtete Baumgartlinger. „Jedes Training, jede Spielminute ist purer Genuss für mich. Denn ich habe lange und hart darauf hinarbeiten müssen, seit Jänner habe ich jeden Tag zweimal trainiert.“ Im Herbst 2013 hatte sich der Salzburger wochenlang mit Knieproblemen herumgeschlagen.

Beim Comebackversuch bei der 1:4-Niederlage der Mainzer gegen Bayern München musste der Mittelfeldabräumer nach knapp 70 Minuten vom Feld, wenige Tage später war dann eine Meniskus-OP unausweichlich. Nach einem halben Jahr Pause gab Baumgartlinger am 26. April beim 2:0-Erfolg von Mainz gegen Nürnberg als Joker sein Comeback, zwei weitere Kurzeinsätze gegen Mönchengladbach und den HSV folgten. Baumgartlinger und Co. schafften es als Bundesliga-Siebenter in den Europacup.

Langzeit-Erfolgstrainer Thomas Tuchel verabschiedete sich dennoch, als Nachfolger wurde bereits der Däne Kasper Hjulmand verpflichtet. „Ich würde lügen, wenn ich sage, dass ich ihn extrem gut kenne. Aber Hjulmand genießt einen sehr guten Ruf. Um Tuchel ist es natürlich schade, aber oft ist eine Veränderung für einen Verein oder eine Mannschaft auch eine Chance“, so Baumgartlinger, der seit 2011 bei den Mainzern spielt.

„Das Knie haltet wieder alles aus“, freute sich der Ex-Austrianer nun im ÖFB-Camp, wo ihn Teamchef Marcel Koller mit offenen Armen empfing. Den kommenden Trainingstagen sowie den beiden Tests gegen Island (30. Mai in Innsbruck) und Tschechien (3. Juni in Olmütz) misst der 26-Jährige große Bedeutung bei. „Wir müssen uns ins Bewusstsein rufen, dass das die letzten Tests vor dem sehr heißen Herbst sind. Wir müssen sehr viel arbeiten und finalisieren. Dementsprechend ist der Stellenwert dieser Spiele sehr hoch.“

Vor allem auswärts gegen die Tschechen erhofft sich Baumgartlinger ein gutes Resultat, denn nur mit dem Ablegen der Auswärtsschwäche sei die EM-Teilnahme 2016 in Frankreich realistisch. „Die Auswärtsbilanz war der Knackpunkt in der letzten Quali“, weiß Baumgartlinger, warum die Österreicher in den kommenden Wochen bei der WM in Brasilien nicht mit von der Partie sind.

„Spielerisch waren wir auch auswärts stark, aber die Ergebnisse haben das leider nicht bestätigt. Wir müssen auswärts mehr auf den Endzweck spielen, auch einmal mit zwei Kontertoren gewinnen. Wir müssen das Ergebnis total in den Mittelpunkt rücken. Dafür ist Olmütz die perfekte Generalprobe“, sagte Baumgartlinger.