Details zur deutschen Pkw-Maut stehen fest - Magazin

Berlin (APA/AFP) - Die Details der umstrittenen deutschen Pkw-Maut stehen einem Bericht des „Focus“ zufolge fest. Jeder Halter eines deutsch...

Berlin (APA/AFP) - Die Details der umstrittenen deutschen Pkw-Maut stehen einem Bericht des „Focus“ zufolge fest. Jeder Halter eines deutschen Autos und Fahrer aus dem Ausland sollten für die Benutzung der deutschen Autobahnen eine pauschale Gebühr von 100 Euro im Jahr bezahlen; möglich sei aber auch der Kauf einer Vignette für zehn Tage zu zehn Euro und für zwei Monate zu 30 Euro, berichtete das Magazin am Sonntag.

Das Verkehrsministerium wollte den Bericht nicht kommentieren. Damit aber kein deutscher Autofahrer durch die Maut zusätzlich belastet wird, wie Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) es versprochen hat, soll es dem Magazin zufolge einen Ökorabatt in sechs Stufen bei der Kfz-Steuer geben, abhängig von der Umweltfreundlichkeit des Autos. Elektroautos etwa sollen von der Maut ganz befreit werden.

Österreich und andere Nachbarstaaten Deutschlands sind gegen die Maut nur für Ausländer und wollen bei Einführung laut Ankündigung rechtlich gegen das deutsche Vorgehen klagen. Die Maut wird laut „Focus“ für alle Fahrzeuge fällig, nicht nur für Pkw, sondern auch für Kleinlaster und Busse. Dies sei bisher nicht vorgesehen gewesen.

Das Verkehrsministerium rechnet dem Bericht zufolge mit dem Verkauf von 130 Millionen Vignetten pro Jahr. Die Vertriebskosten berechnet es mit drei Euro pro Stück.

Eingetrieben werden soll die Maut, indem sich jeder deutsche und ausländische Pkw-Halter, der die Autobahn benutzen will, auf einer Internetseite unter Angabe seiner Daten und seines Kennzeichens registrieren lässt. Automatisch werde dann die Maut berechnet, nach Überweisung des Betrags könnten die Autobahnen dann genutzt werden.

An Grenzübergängen und grenznahen Tankstellen soll es zudem Verkaufsstände für die Vignetten geben. Ob eine sichtbare Vignette auf der Windschutzscheibe erforderlich sein wird, werde derzeit noch geprüft, berichtete der „Focus“.

Dobrindt will die Maut ab 1. Jänner 2016 erheben. Das Konzept will er vor der Sommerpause vorlegen. Es gehe um einen „Milliarden-Betrag in einer Wahlperiode“, hatte der Minister am Freitag „Focus Online“ gesagt. „Ich bin nicht bereit, länger auf den notwendigen Finanzierungsanteil der im Ausland zugelassenen Kraftfahrzeuge, die auf unseren Straßen fahren, zu verzichten.“