Bethlehem: Papst erinnert an weltweite Ausbeutung der Kinder

Bethlehem (APA) - Bei der Messe auf dem Krippenplatz in Bethlehem hat Papst Franziskus am Sonntag eindringlich besseren Schutz für Kinder ge...

Bethlehem (APA) - Bei der Messe auf dem Krippenplatz in Bethlehem hat Papst Franziskus am Sonntag eindringlich besseren Schutz für Kinder gefordert. Immer noch würden zahllose Kinder ausgebeutet, misshandelt und versklavt, sagte der Papst laut Kathpress bei einer Messe vor der Geburtskirche.

„In einer Zeit, die den Schutz von Minderjährigen proklamiert, werden Waffen gehandelt, die in den Händen von Kindersoldaten landen“, beklagte er. Viele Alltagsprodukte würden „von kleinen Sklavenarbeitern verpackt“.

Der katholischen Ortstradition entsprechend feierte Franziskus den Gottesdienst als Weihnachtsmesse. An der Feier nahmen rund 10.000 Christen teil, auch Katholiken aus dem Gazastreifen und aus dem israelischen Galiläa. Der Papst wurde von den Gläubigen begeistert willkommen geheißen. Vor Beginn der Messe tanzten Priester zu christlicher Popmusik. Den Hintergrund des Altars bildete ein Gemälde, das die Päpste Paul VI., Johannes Paul II. und Benedikt XVI. als Heilige Drei Könige an der Krippe des Jesuskindes zeigten.

Franziskus nannte Kinder die Hauptleidtragenden von Hunger und Armut. „In einer Welt, die täglich tonnenweise Nahrungsmittel und Medikamente wegwirft, gibt es Kinder, die vor Hunger oder aufgrund von Krankheiten, die leicht zu heilen wären, vergeblich weinen.“ Viele lebten unter „unmenschlichen Bedingungen“ am Rande der Gesellschaft, an den Peripherien der großen Städte oder in ländlichen Gebieten. „Für all das schämen wir uns heute vor Gott, vor Gott, der ein Kind geworden ist“, sagte Franziskus.

Der Gottesdienst am Geburtsort Jesu war Hauptpunkt des achtstündigen Papstbesuchs in Palästina. Unter den rund 10.000 Christen, die mit dem Papst die Messe feierten waren u.a. Katholiken aus dem Gaza-Streifen und aus dem israelischen Galiläa. Auch Tausende Filipinos waren gekommen, die in Israel arbeiten. Deshalb war eine der Fürbitten auf Tagalog formuliert, der philippinischen Hauptsprache.