Thailändische Junta will Reisbauern ausbezahlen

Bangkok (APA) - Die thailändische Militärjunta will 800.000 Reisbauern Subventionsgelder auszahlen, die von der gestürzten Regierung verspro...

Bangkok (APA) - Die thailändische Militärjunta will 800.000 Reisbauern Subventionsgelder auszahlen, die von der gestürzten Regierung versprochen aber nicht ausbezahlt wurden. Dazu wurden das Finanzministerium und die Agrarbank angewiesen, insgesamt 92 Milliarden Baht (2,07 Mrd. Euro) bereitzustellen, berichtete die „Bangkok Post“ am Sonntag unter Berufung auf einen Sprecher der Junta.

Alle 800.000 Reisbauern sollen ab Montag innerhalb eines Monats ihr Geld erhalten. Dieses werde von verschieden Einheiten der Armee- und Luftwaffe im ganzen Land verteilt, sagte der Sprecher. Die Reissubventionspolitik der Regierung von Yingluck Shinawatra war von deren Gegnern scharf kritisiert worden. Sie habe dazu gedient, die Stimmen der armen Landbevölkerung zu kaufen, lautete der Vorwurf. In den letzten Monaten hatte sich Yingluck aber auch den Unmut der Bauern zugezogen, da die versprochenen Geldzahlungen häufig ausblieben.

Die Ankündigung der Militärjunta erfolgte im Rahmen der Diskussionen über das Budget für 2015 und die künftige Wirtschaftspolitik. Die zweitgrößte Volkswirtschaft Südostasiens schrumpfte im ersten Quartal dieses Jahres um 2,1 Prozent. Aussichten auf eine schnelle Erholung der Konjunktur bestehen nicht.

Angesichts der politischen Unsicherheit gingen die Konsumausgaben stark zurück. Auch die Tourismusindustrie, die für zehn Prozent der Wirtschaftsleistung verantwortlich ist, leidet unter der Krise. Mehrere Staaten habe Reisewarnungen ausgesprochen oder weisen - wie Österreich - auf das „hohe Sicherheitsrisiko“ in Thailand hin.