Das Jesuskind auf dem Palästinensertuch

Bethlehem (APA/AFP) - Der Stall in Bethlehem ist ein Flüchtlingszelt, der heilige Josef trägt das palästinensische Kopftuch und Franz von As...

Bethlehem (APA/AFP) - Der Stall in Bethlehem ist ein Flüchtlingszelt, der heilige Josef trägt das palästinensische Kopftuch und Franz von Assisi ist unter den Ersten, die zur Anbetung des Jesuskindes eilen. Das ungewöhnliche Großbild, das den Hintergrund des Altars schmückt, auf dem der Papst am Sonntag den Gottesdienst in Bethlehem feierte, ist voller Lokalkolorit.

Gestaltet hat die vierzehn Meter lange und sechs Meter hohe Leinwand der palästinensische Künstler Robert Jakaman, der aus Bethlehem stammt und in Italien Kunst studierte.

Das Zelt verweist auf die Gegenwart Bethlehems, das von vier Flüchtlingscamps umgeben wird. Statt der drei Könige sind neben den Hirten mit Paul VI., Johannes Paul II. und Benedikt XVI. die drei Päpste zur Stelle, welche die Stadt bisher besuchten. Das amtierende Kirchenoberhaupt wird von seinem Namenspatron Franz von Assisi vertreten, mit dem er das Eintreten für die Benachteiligten teilt.

Ordensgründer Franz zur Seite stehen zwei seliggesprochene Frauen aus dem 19. Jahrhundert: Die Karmeliterin Mirjam von Bethlehem und Maria Alfonsina Ghattas, Gründerin der Rosenkranzschwestern, der einzigen palästinensischen Frauenkongregation. Dass das Christkind in der Krippe nicht auf Stroh gebettet ist, sondern auf eine weiche Kefiye, das Palästinensertuch mit Würfelmuster, wie es der verstorbene Palästinenserpräsident Yasser Arafat zum Nationalsymbol machte, scheint da folgerichtig.