EU-Wahl: Wahlbeteiligung könnte sinken

Wien (APA) - Die Beteiligung an der EU-Wahl in Österreich könnte sinken. Ein Rundruf der APA-Bundesländerbüros zeigte fast in allen Landeste...

Wien (APA) - Die Beteiligung an der EU-Wahl in Österreich könnte sinken. Ein Rundruf der APA-Bundesländerbüros zeigte fast in allen Landesteilen am Vormittag bei schönem Wetter schwaches Interesse am Urnengang. Einzig in Tirol und Salzburg wies der Trend vorerst nach oben.

Bei frühsommerlich-schwülem Wetter waren am Sonntag rund 974.000 Steirerinnen und Steirer aufgerufen, ihre Stimme bei der EU-Wahl abzugeben. Erste Rückmeldungen aus den Wahllokalen von zu Mittag sprachen von einer leicht rückläufigen Wahlbeteiligung und auffällig wenigen jungen Wählern: „Die Gruppe der Unter-25-Jährigen lässt komplett aus“, meinte ein Beobachter.

Nicht viel anders waren die Eindrücke in Oberösterreich, wo 1,103.169 Bürger wahlberechtigt sind. „Zäh“, „mäßig“ und „geht so“ war am Vormittag aus den Wahllokalen zu hören. Die ersten vereinzelt einlangenden Ergebnisse zeigten - teilweise markante - Rückgänge gegenüber der Europawahl 2009. Das Wetter bot den Oberösterreichern allerdings keine Ausrede, der Stimmabgabe fernzubleiben: Es war bewölkt, aber freundlich und somit ideal für einen kleinen Spaziergang zum Wahllokal.

Heiter von Amstetten im Mostviertel über Litschau im Waldviertel bis fallweise leicht bewölkt im Wein- und Industrieviertel, dazu durchwegs angenehme Temperaturen: Das „Wahlwetter“ präsentierte sich auch in Niederösterreich am Sonntag mehr als passabel. Die Wahlbeteiligung ließ sich zu Mittag noch nicht einschätzen, dürfte aber gegenüber 2009 leicht zurückgehen - bei der EU-Wahl vor fünf Jahren hatte das Bundesland mit 56,6 Prozent die höchste Wahlbeteiligung österreichweit verzeichnet.

Ausnehmend geringes Interesse gab es damals in Tirol (36,1 Prozent Beteiligung), wo diesmal bei schönem Frühsommerwetter 539.551 Personen zur Wahl schreiten könnten. Die Wahlbeteiligung lag in den ersten ausgezählten - kleineren - Gemeinden zum Teil über dem Wert von 2009.

Mit strahlendem Sonnenschein und wolkenlosem Himmel präsentierte sich das EU-Wahlwetter in der Stadt Salzburg. Das Wetter motivierte offenbar auch zum Wählen. „Es ist interessant, um 11 Uhr liegen wir schon deutlich über der Wahlbeteiligung von 2009“, sagte der Leiter des städtischen Wahl- und Meldeamtes Franz Schefbaumer im Gespräch mit der APA. In der Stadt Salzburg wird bei jedem Urnengang um 11.00 Uhr in 16 ausgewählten Sprengeln - immer denselben - die Beteiligung abgefragt. Heuer waren bereits 1.632 Menschen in diesen Sprengeln wählen, 2009 waren es zum selben Zeitpunkt erst 1.311. Hochgerechnet werde die Wahlbeteiligung heute über 40 Prozent liegen, prognostiziert Schefbaumer.

Davon ist in Vorarlberg nicht die Rede. Bei der EU-Wahl 2009 gaben 39,9 Prozent der Vorarlberger ihre Stimme ab. „Diesmal werden wir sicher drunter bleiben“, so SPÖ-Landesgeschäftsführer Reinhold Einwallner nach einem Rundruf in einigen Gemeinden. Manche seien sichtlich vor Beginn einer Radtour oder Wanderung noch rasch wählen gegangen, viele ließen den Zwischenstopp im Wahllokal aber wohl ganz aus. ÖVP-Landesgeschäftsführer Dietmar Wetz war mit einer Einschätzung noch zurückhaltend. Tendenziell gingen aber „eher weniger“ zur Wahl als 2009. In Vorarlberg schlossen die ersten Wahllokale in Kleingemeinden bereits um 10.00 Uhr. Traditionell kann man in Vorarlberg auch bei der EU-Wahl nur bis 13.00 Uhr seine Stimme abgeben.

In Kärnten hat das frühsommerliche Wetter am Sonntag die Wähler nicht gerade zu den Urnen getrieben. Eine APA-Umfrage in mehreren Wahllokalen in Klagenfurt und dem Bezirk Villach ergab, dass am späten Vormittag kaum zehn Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimmen abgegeben hatten. „Die Wahlbeteiligung wird schlechter als 2009 ausfallen“, prognostizierte ein Beisitzer. In seinem Wahllokal war die Beteiligung damals bei rund 38 Prozent gelegen.

Nach Gewitter und heftigen Regenfällen, die zahlreiche Feuerwehreinsätze notwendig gemacht hatten, zeigte sich im Burgenland am Sonntag in weiten Landesteilen zunächst einmal wieder die Sonne. Ob das schöne Wetter viele Burgenländer von den Urnen fernhält, ließ sich vorerst noch nicht sagen. Die Wahlbeteiligung - sie lag 2009 landesweit bei 55,19 Prozent - dürfte zumindest leicht zurückgehen, war am späten Vormittag sowohl von der SPÖ als auch aus der ÖVP zu hören. Die Wahl selbst lief vorerst ruhig und bisher ohne Polizeieinsatz ab, teilte die Landespolizeidirektion auf APA-Anfrage mit.

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