Ägyptische Präsidentschaftskandidaten haben einige Gemeinsamkeiten

Kairo (APA/dpa) - Bei der ägyptischen Präsidentschaftswahl treten nur zwei Kandidaten an. Der ehemalige Militärchef Abdel Fatah al-Sisi und ...

Kairo (APA/dpa) - Bei der ägyptischen Präsidentschaftswahl treten nur zwei Kandidaten an. Der ehemalige Militärchef Abdel Fatah al-Sisi und der Linkspolitiker Hamdien Sabahi. Drei Dinge haben sie gemeinsam: Sie lehnen die Muslimbrüder ab, sind gleichaltrig und verehren den früheren ägyptischen Präsidenten Gamal Abdel Nasser.

Feldmarschall ABDEL FATAH AL-SISI (59) hat seine Kindheit in einem Altstadtviertel von Kairo verbracht, in dem seine Familie erfolgreich traditionelles Kunsthandwerk herstellte. Schon als Kind soll er sehr ernst und strebsam gewesen sein. Als Teil seiner Fortbildung in der Armee besuchte er Kurse an Militärakademien in Großbritannien und den USA. Bevor ihn der islamistische Präsident Mohammed Mursi im August 2012 zum Armeechef und Verteidigungsminister machte, leitete er den Militärgeheimdienst. Seine Dankbarkeit gegenüber Mursi hielt allerdings nicht lange an. Im Juli 2013 setzte er Mursi nach Massenprotesten ab und setzte eine Übergangsregierung ein. In diesen Tagen tauchten bereits die ersten Poster mit Al-Sisis Foto in Kairo auf. Begleitet von wohlwollenden Medienberichten staatlicher und privater Medien stieg er zum neuen „starken Mann“ auf. Im März 2014 trat er als Vorbereitung für seine Kandidatur von allen Posten zurück.

HDIEN SABAHI (59) hat sein Leben der außerparlamentarischen Opposition gewidmet. Der Sohn eines Kleinbauern aus der Provinz Kafr al-Scheich studierte in den 70er-Jahren an der Kairo Universität, wo er sich in sozialistischen Studentengruppen engagierte. Seine kritische Haltung gegenüber Ägyptens neuer Allianz mit den USA brachte dem Journalisten unter Präsident Anwar Sadat ein Arbeitsverbot ein. In der Ära von Hosni Mubarak wurde er dreimal verhaftet. 1998 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der Partei Al-Karama (deutsch: Die Würde). Bei den Anti-Mubarak-Protesten, die im Jänner 2011 begannen, war er von Anfang an dabei. 2012 belegte er in der ersten Runde der Präsidentenwahl den dritten Platz und kam damit nicht in die Stichwahl. Damals und auch in seinem neuen Wahlprogramm konzentriert er sich auf die Themen „Soziale Gerechtigkeit“ und „Meinungsfreiheit“. Falls er die Wahl verlieren sollte, stünde er für den Posten des Vizepräsidenten nicht bereit, kündigte er wenige Tage vor der Wahl an. Er könne sich aber vorstellen, Regierungschef zu werden, falls sich im Parlament dafür eine Mehrheit finden sollte.