Ägypten nach Mubarak - ein Land kommt nicht zur Ruhe

Kairo (APA/dpa) - Seit dem Sturz von Langzeit-Herrscher Hosni Mubarak im Februar 2011 kommt Ägypten nicht zur Ruhe - immer wieder gibt es bl...

Kairo (APA/dpa) - Seit dem Sturz von Langzeit-Herrscher Hosni Mubarak im Februar 2011 kommt Ägypten nicht zur Ruhe - immer wieder gibt es blutige Krawalle. Ein Rückblick:

17. Juni 2012: Der Kandidat der Muslimbruderschaft, Mohammed Mursi, gewinnt die Stichwahl um das Präsidentenamt.

3./4. Juli 2013: Nach Massenprotesten setzt das Militär Mursi ab und stellt ihn unter Arrest. Der Präsident des Verfassungsgerichts, Adli Mansur, wird Übergangspräsident.

14. August: Bei der Räumung von Protestlagern mit Mursi-Anhängern gibt es nach Regierungsangaben über 600 Tote. Eine Verhaftungswelle hochrangiger Mitglieder der Muslimbruderschaft setzt ein.

19. August: Die Staatsanwaltschaft leitet gegen Mursi Ermittlungen ein. Er soll für den Tod von Demonstranten Ende 2012 verantwortlich sein. Im September folgt eine Anklage wegen Beleidigung der Justiz.

23. September: Ein Gericht in Kairo erklärt die Muslimbruderschaft und alle Ableger der Organisation für illegal.

4. November: Der erste Strafprozess gegen Mursi beginnt mit Tumulten.

6. November: Ein Berufungsgericht bestätigt das Verbot der Muslimbruderschaft.

25. Dezember: Die ägyptische Regierung stuft die Muslimbruderschaft als Terrororganisation ein.

14./15. Jänner 2014: Ein halbes Jahr nach der Entmachtung Mursis nehmen die Ägypter eine neue Verfassung an.

28. Jänner: Der zweite Prozess gegen Mursi beginnt. Er muss sich wegen eines Gefängnisausbruchs während der Revolte gegen Mubarak 2011 verantworten. Zudem wird ihm Zusammenarbeit mit der radikal-islamischen Palästinenserorganisation Hamas vorgeworfen.

24. März: In der Stadt Minia werden die ersten 529 Islamisten zum Tode verurteilt. Sie sollen für die tödliche Gewalt während der Unruhen im Sommer 2013 verantwortlich sein. Menschenrechtler sprechen von einem Skandalurteil.

26. März: Militärchef Abdel Fattah al-Sisi gibt seine Kandidatur bei den kommenden Präsidentschaftswahl bekannt. Er gilt als Favorit.

30. März: Die erste Runde der Wahl soll laut Wahlkommission im Mai über die Bühne gehen.

28. April: In einem zweiten Massenprozess werden weitere 683 Islamisten zum Tode verurteilt. Zugleich bestätigt das Gericht rund drei Dutzend der Urteile aus dem ersten Prozess. Die anderen Todesstrafen werden in lebenslange Haftstrafen umgewandelt.

21. Mai: Ein Gericht verurteilt Mubarak sowie seine Söhne Alaa und Gamal wegen illegaler Bereicherung zu mehrjährigen Haftstrafen.