EU-Wahl - Rennen um Platz 1: Zwischenstand nach sechs Staaten

Wien (APA) - Nachdem die Europawahl in Österreich bereits geschlagen ist, wird es auf EU-Ebene erst richtig spannend. Im Rennen um Platz ein...

Wien (APA) - Nachdem die Europawahl in Österreich bereits geschlagen ist, wird es auf EU-Ebene erst richtig spannend. Im Rennen um Platz eins, der über den künftigen EU-Kommissionspräsidenten entscheiden wird, lagen am späten Sonntagnachmittag aus sechs der 28 Staaten Hochrechnungen vor. Nach einer APA-Zählung stand es 28 zu 21 Mandate für die konservative Volkspartei (EVP) um Jean-Claude Juncker.

Lediglich im kleinsten Mitgliedsland Malta hatte die Labour Partei aus der Fraktion der Sozialdemokraten (S&D) von Martin Schulz mit 3 zu 2 Mandaten die Nase vorne, in den Niederlanden (5:2), in Tschechien (7:5), der Slowakei (5:4) und Lettland (4:2) konnte die EVP mehr Mandate einheimsen. In Österreich sah es laut der ORF-Hochrechnung von 17.00 Uhr nach einem Patt (5:5) aus.

Die beiden großen Fraktionen im Europaparlament haben sich im Vorfeld der EU-Wahl informell darauf verständigt, dass der Spitzenkandidat der stärksten Fraktion neuer Kommissionspräsident werden soll. Das Vorschlagsrecht für den Posten liegt bei den EU-Staats- und Regierungschefs, doch muss der Chef der Brüsseler Behörde zwingend auch vom 751-köpfigen Europaparlament mit absoluter Mehrheit (376 Stimmen) gewählt werden.

Eine Vorentscheidung im Rennen um Platz eins dürfte das Ergebnis aus dem bevölkerungsreichsten EU-Land Deutschland bringen, das 96 Mandatare stellt. Wählerbefragungen werden nach Wahlschluss um 18.00 Uhr veröffentlicht. Um 20.00 Uhr schließen die Wahllokale in Spanien, Frankreich und Rumänien. Den Abschluss macht Italien, wo bis 23 Uhr gewählt wird.

Die letzte Hochrechnung der Gruppe „PollWatch“ am Dienstag hatte die EVP europaweit bei 217 Mandaten und die S&D bei 201 Mandaten gesehen.